In der TCM gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Lebensqualität auch im Alter aufrecht zu erhalten. Ausreichend Bewegung, Annahme der Lebensrhythmen und eine Esskultur, die nicht nur ernährt, sondern die Gesundheit individuell fördert, sind dabei wichtige Säulen. Das östliche Wissen und die Erkenntnisse moderner westlicher Forschung lassen sich gut miteinander kombinieren und liefern sehr schöne Therapiekonzepte für die Unterstützung des geriatrischen Patienten.

Das Lebensrad in der chinesischen Kultur und TCM

Im alten China gewann man frühe Vorstellungen und Erkenntnisse über den Menschen durch genaue Beobachtung der Naturphänomene. So wie die Natur den Jahreszeiten unterlag, so geschah es auch mit dem Menschen. Im Kapitel 1 des Su Wen (1), des berühmten chinesischen Klassikers, der wahrscheinlich zwischen dem 1. oder 2. Jahrhundert vor bis nach Chr. entstand, werden diese Lebenszyklen des Menschen beschrieben. Damals herrschte bereits die Vorstellung, dass Lebewesen ausschließlich Naturgesetzen und nicht den Göttern oder Geistern unterliegen. Man war außerdem der Auffassung, dass der gesundheitliche Zustand des Individuums vom Jing abhing, der Lebensessenz. Mit dem Jing, dem Erbe unserer Eltern, sollten wir das ganze Leben hindurch haushalten, da es sich im Laufe des Lebens nach und nach verbrauchte. Für die Frau wurden 7-jährige Lebenszyklen angenommen, für den Mann 8-jährige. Nach der traditionellen chinesischen Medizin macht sich der Alterungsprozess zu Beginn des 6. Zyklus bemerkbar. Bei der Frau werden erste Alterszeichen, z. B. Falten, ab 42 Jahren erkennbar, beim Mann ab 48 Jahren. Im darauffolgenden 7. Zyklus lässt die Essenz (Jing) nach. Die Wandeljahre beginnen, die auch als zweites Leben angesehen werden können.