Depressionen gehören zu den häufigsten Krankheiten. In Deutschland sind mehr als fünf Millionen Menschen betroffen. Nach der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) unterscheidet man zwischen leichten, mittelgradigen und schweren depressiven Episoden. Doch lediglich bei der Hälfte der Betroffenen wird die Erkrankung diagnostiziert, und noch weniger werden angemessen therapiert (1).

Wie wichtig ein gesunder Lebensstil sowohl zur Prophylaxe von Depressionen als auch begleitend zur Standardtherapie ist, zeigen aktuelle Forschungsarbeiten.

Mögliche Ursachen

Obwohl Depressionen zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen in Deutschland zählen, ist ihre Ursache immer noch nicht geklärt. Bisherigen Erkenntnissen zufolge soll es sich um eine Kombination aus Veranlagung und umfeldbedingten Stressfaktoren handeln. In einer aktuellen Studie, die das Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig mit 84 Studienteilnehmern durchführten, zeigte sich bei Betroffenen ein vergrößerter Hypothalamus. Dies könnte der Grund dafür sein, dass viele Depressive erhöhte Konzentrationen des Stresshormons Kortisol aufweisen und sich dauerhaft angespannt fühlen. Die Hirnregion erschien umso größer, je schwerer die Krankheit war. Medikamente wie Antidepressiva beeinflussten die Größe des Hypothalamus nicht. Frühere Arbeiten haben ergeben, dass der Hypothalamus bei Betroffenen auch aktiver ist, was plastische Veränderungen bzw. ein größeres Volumen dieser kleinen Hirnstruktur verursachen könnte. Bei vielen Personen mit einer erhöhten Disposition für Depressionen funktioniert eines der körpereigenen Stresssysteme nicht richtig, die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, kurz HPA-Achse (2).