Auch die Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung ist an rechtliche Regeln gebunden. Die wichtigsten Gesetze sind uns Heilpraktikern in der Regel bekannt, aber es gibt durchaus Aspekte und Paragrafenwinkel, die gern übersehen werden, obwohl eine entsprechende Rechtsverletzung, z. B. im Rahmen der Delegation heilkundlicher Tätigkeiten an Assistenten, erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Junge Absolventen von Heilpraktiker-Ausbildungsgängen, aber auch z. B. Absolventen eines Bachelor-Studiums der Osteopathie (beide in der Folge HPA für Heilpraktiker-Anwärter genannt), werden erst mit 25 Jahren zur Heilpraktiker-Überprüfung zugelassen. Einerseits müssen die zu jungen HPA nun die Zeit überbrücken, andererseits möchten viele am liebsten sofort in ihrem angestrebten Beruf arbeiten, was oft genug auch eine finanzielle Notwendigkeit ist. In einigen Praxen haben sich aus dieser Situation heraus Beschäftigungsmodelle entwickelt, die an dieser Stelle einer kritischen Würdigung unterzogen werden sollen. Betrachtet werden Szenarien, bei denen ein Heilpraktiker (HP) einen HPA beschäftigt und der HPA die Behandlungen und Methoden beherrschen soll, die ihm delegiert werden.