Die Medizin kennt mittlerweile über 180 Kopfschmerzarten, und rund 70 Prozent der Bevölkerung leiden laut einer Emnid-Umfrage zumindest zeitweise unter Kopfschmerzen. Vielen Deutschen sind auch chronische oder chronisch-rezidivierende Kopfschmerzen nicht fremd. Diese beeinträchtigen nicht nur den Alltag und die Lebensqualität, sie führen oft auch zu einem Übergebrauch von Schmerzmitteln.

Im Jahr 2018 wurden hierzulande 572,5 Millionen Euro für Schmerzmittel ausgegeben. Damit liegt Deutschland zwar weit abgeschlagen hinter den USA, wo der Umsatz mehr als das Achtfache betrug, dennoch steigt der Konsum auch bei uns seit Jahren stetig an (1). Da die meisten Menschen im Alltag funktionieren wollen oder müssen und deshalb keine Zeit haben, sich wegen ihrer lästigen Kopfschmerzen für einen Tag ins Bett zu legen, greifen sie lieber zu Medikamenten. Fast die Hälfte aller Patienten mit chronischen Kopfschmerzen greift im Übermaß zu Arzneistoffen. Von einem Übergebrauch spricht man, wenn die Betroffenen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten an mehr als 10 Tagen im Monat Ergotamine, Triptane oder Analgetika zur Behandlung ihrer Beschwerden einnehmen. Zwischen 0,7 und 1 % der Bevölkerung leiden unter einem medikamenteninduzierten Kopfschmerz (2).