Das Piriformis-Syndrom wird vergleichsweise selten erkannt, obwohl es durchaus nicht so selten für eine Lumboischialgie verantwortlich ist. Doch was steckt dahinter, wie kann man es diagnostizieren und behandeln und welche Bedeutung haben die verschiedenen myofaszialen Zugbahnen dabei?

Der Piriformis-Muskel liegt in der tiefen Schicht der Hüftmuskulatur unterhalb des großen Gesäßmuskels und wird der tiefen myofaszialen Zugbahn zugerechnet (Abb. 1). Er entspringt an der vorderen Fläche des Os sacrum (Kreuzbein) auf Höhe S2 bis S4, zieht sich durch das Foramen ischiadicum majus (großes Sitzbeinloch) und setzt am Trochanter major (großen Rollhügel) des Oberschenkelknochens an. Dabei kreuzt er das Hüftgelenk. Somit ermöglicht der Piriformis bei gestreckter Hüfte vor allem die Außenrotation und bei gebeugter Hüfte die Abduktion des Oberschenkels. Zusätzlich dient er als Beckenstabilisator.