Definitionsgemäß verstehen wir unter dem metabolischen Syndrom das tödliche Quartett von Adipositas, erhöhtem Blutdruck, erniedrigtem HDL-Cholesterin/Hypertriglyzeridämie und einer Insulinresistenz im Sinne eines beginnenden oder manifesten Diabetes Typ 2. Das metabolische Syndrom gilt neben dem Rauchen als der entscheidende Risikofaktor für die Entstehung arterieller Gefäßerkrankungen wie der koronaren Herz-Krankheit (KHK), der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) und Schlaganfall.

Ein kalorisches Überangebot und Bewegungsmangel mit daraus resultierendem Übergewicht sind kausale Faktoren der Pathogenese. Entwicklungsgeschichtlich sind wir Bewegungsnaturelle, die sich ihr Futter hart verdienen mussten, d. h. tagelang Früchte und Beeren sammeln sowie viel Energie in die Jagd stecken. Heutzutage braucht es für die Erledigungen im Supermarkt nicht einmal mehr den Fußweg. Kurzfristig kann die Bauchspeicheldrüse so einen Lifestyle, der mit einem Überangebot an Glukose einhergeht, durch vermehrte Insulinproduktion ausgleichen. Dauerhaft hohe Insulinspiegel im Blut führen aber zum Wirkverlust von Insulin. Diesen Vorgang bezeichnen wir als Insulinresistenz.