Das Leaky-Gut-Syndrom kann oft mit anderen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie Reizdarmsyndrom, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Lebensmittelunverträglichkeiten sowie mit systemischen Erkrankungen vergesellschaftet sein. Das erschwert meist Ursachensuche und Therapie – weshalb ein ganzheitlicher Ansatz umso wichtiger ist.

In den letzten Jahren in aller Munde ist dieses Syndrom, für das auch die Synonyme der „löchrige oder durchlässige Darm“ oder auch das „Sickerdarm-Syndrom“ Verwendung finden. Als Hintergrund für diese Störung der Darmbarriere kommen die verschiedensten Ursachen in Betracht. Eine Ursachensuche ist unerlässlich, um die Darmschleimhaut ursächlich behandeln und heilen zu können.

Klettverschlüsse als Security des Darms – die Tight Junctions

Als Ort, in dem die Außenwelt in Form der Nahrung auf Darmschleimhaut als die Barriere und Eintrittspforte in unser Körperinneres trifft, lässt unser Körper bei unserem Darm besondere Vorsicht walten und unterscheidet, was hereingelassen wird und was nicht. Die Darmepithelzellen unserer Darmschleimhaut sind normalerweise mit sogenannten TightJunctions(Zonulaoccludens) verbunden und öffnen sich nur auf bestimmte Reize. Ihre schmalen, netzartigen Bänder aus Membranproteinen werden als Claudine bezeichnet. Die bisher gefundenen 24 verschiedenen Claudine erfüllen verschiedene Aufgaben (1). Als Membranproteine dichten diese den Spalt zwischen den Epithelzellen der Darmschleimhaut ab und bilden damit eine wichtige Barriere.