Die kalte Jahreszeit hat unserem Immunsystem Einiges abverlangt: zahlreiche Erkältungsviren mussten abgewehrt werden. Der Abwehrkampf hat zahlreiche Noxen entstehen lassen, die häufig genug auf ein bereits mit Noxen belastetes System treffen. Der Beitrag stellt eine adäquate Therapie vor, die Noxen auszuleiten und damit das Immunsystem wieder fit zu machen.

Es erscheint hilfreich, die Noxen auszuschalten bzw. deren Wirkung einzudämmen, die unserem Organismus unabhängig von der Erkältungssaison zusetzen. Die Liste dieser Noxen ist lang und verdeutlicht einmal mehr, dass man im Alltag nicht allen Schadstoffen ausweichen kann. Selbst, wenn man noch so achtsam lebt.

Je nach Patient und Lebensbereich kämen zum Beispiel folgende Noxen infrage:

  • Ernährung: Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker wie Glutamat und Farbstoffe in Fertiggerichten, Wachstumshormone sowie Antibiotika- und sonstige Arzneimittelrückstände in Fleisch, Schwermetalle in Fisch, Pestizide und Insektizide in Gemüse, Süßstoffe und versteckte Zucker in zahlreichen Lebensmitteln, Bisphenol A und Phthalate in plastikverpackten Lebensmitteln, Kaffee, Alkohol, Tabak, Medikamente und vieles mehr
  • Kosmetika: Weichmacher, Aluminium und PEG-Derivate (Deodorants)
  • Belastungen des Mund- und Rachenraumes: Paradontose, wurzelgefüllte Zähne, tote Zähne, verschiedene Füllungen, unterschiedliche Metalle (Wechselstrom), mangelnde Mundhygiene, chronische Entzündungen (Parodontitis, Sinusitis, Tonsillitis)
  • häusliches Umfeld: Bodenbelag (Teppich, Laminat, Klebstoffe), Möbel, Anstriche, Milbenkot, Schimmel, Strahlenbelastung (Sendemasten, WLAN, DECT-Telefone)
  • berufliches Umfeld: Tonerstaub von Druckern im Büro
  • Umweltgifte: Nitrat durch Gülle im Grundwasser, Abgase, Strahlenbelastungen

Genauso breit gefächert wie die Quellen möglicher Schadstoffe sind indes die Symptome, die auf eine Schadstoffbelastung des Körpers hinweisen können, etwa: erhöhte Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Libidoverlust, Nervosität, Gereiztheit, Ekzeme, Allergien, Schlafstörungen, Schmerzzustände unklarer Ursache, Konzentrationsmängel usw.

Klagt der Patient gleich über mehrere dieser Symptome, ohne dass es dafür einen plausiblen Grund gibt, empfiehlt sich eine Ausleitung umso mehr. Vergessen werden darf dabei nicht, dass es die passende Entgiftungstherapie schlechthin nicht gibt. Schließlich sollte eine entsprechende Therapie individuell zum jeweiligen Patienten passen und u. a. sowohl die Anamnese als auch die Persönlichkeit eines Patienten berücksichtigen. Dazu gehört auch und vor allem, vorab zu klären, welche Organe bzw. Systeme zur verstärkten Entgiftung animiert werden sollen.

Grundsätzliche entgiftende Wirkung besitzen zwar Leber, Niere, Lunge, Darm, Haut, Blut und Lymphe. Doch nicht bei jedem Patienten wäre das anzuraten. Leidet etwa jemand bereits unter einer Akne, sollte man die Rolle der Haut als Entgiftungsorgan relativieren bzw. gar nicht über die Haut entgiften, damit es nicht noch zu zusätzlichen Hautunreinheiten kommt.

Neben den bereits erwähnten Hautunreinheiten kommen des Weiteren Körperausdünstungen, Kopfdruck, Müdigkeit sowie Veränderungen von Stuhl- und Urinbeschaffenheit als nicht immer vermeidbare Begleiterscheinungen einer Ausleitung in Betracht. Nicht zuletzt, um diese kontrollieren und möglichst gering halten zu können, gehört eine Ausleitung in die Hand erfahrener Heilpraktiker oder naturheilkundlich arbeitender Ärzte, die ein konkretes Medikamenten-Einnahmeschema erstellen: unter Berücksichtigung aller hineinspielendenden Faktoren – auch derer, die oft nicht auf den ersten Blick erkennbar sind; auf Patientenwunsch ggf. ergänzt durch weitere entgiftende naturheilkundliche Maßnahmen wie Aderlass, Baunscheidtieren, Blutegel, Cantharidenpflaster, blutiges Schröpfen usw.

Die Ausleitungskur, die ich mal mehr, mal weniger abgewandelt und individuell auf den einzelnen Patienten angepasst in meiner Praxis anbiete, nennt sich „Phönix-Ausleitungskonzept“. Dazu verordne ich in der Regel vier Medikamente der Firma Phönix, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen sollen: Silybum spag. (Rezept über 2 × 100 ml), Solidago spag. (2 × 100 ml), Thuja Lachesis spag. (2 × 100 ml) und Urtica-Arsenicum spag. (1 × 100 bzw. 1 × 50 ml). Von Letztgenanntem häufig deshalb nur 50 ml, weil es zwar vor allem die Entgiftungstätigkeit der Haut anregt, zahlreiche Patienten aber bereits vor Beginn der Therapie über Hautunreinheiten klagen und diese nicht noch weiter verstärkt werden sollen.

Ablauf dieser Ausleitungskur: Silybum spag., Solidago spag. und Urtica-Arsenicum spag. werden im 3-tägigen Wechsel eingenommen, Thuja Lachesis spag. durchgehend. Der daraus resultierende 9-tägige Zyklus wird 5-mal wiederholt. Die Ausleitungskur dauert demnach 45 Tage.

Dosierung:

  • Silybum spag.: 180 Tropfen
  • Solidago spag.: 180 Tropfen
  • Urtica-Arsenicum spag.: 60 Tropfen (bei Hautproblemen maximal 30 Tropfen)
  • Thuja Lachesis spag.: 60 Tropfen

Einnahme: Die Tagesdosis der jeweiligen Arzneimittel kann der Praktikabilität halber morgens in 1,5 Liter stilles Wasser geträufelt und über den Tag verteilt getrunken werden (keine Metalllöffel bzw. -gefäße verwenden). Unterstützend empfehle ich eine ausreichende, ggf. erhöhte Flüssigkeitszufuhr von ca. 3 Litern pro Tag.

Wer mag, kann dieser Ausleitungskur noch die ähnlich gelagerte „Phönix Aufbautherapie“ folgen lassen. Weniger, um gegen einzelne Noxen vorzugehen, sondern vor allem, um das allgemeine Wohlbefinden und die Konstitution zu fördern. Dabei kommen drei komplexhomöopathische Medikamente zum Einsatz, die im kontinuierlichen Wechsel für Harmonisierung, Erholung und Stärkung sorgen sollen und über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten im 3-tägig wechselnden Rhythmus verabreicht werden.

Bei den Homöopathika handelt es sich im Einzelnen um folgende:

  • Mercurius solibilis Phcp
  • Dulcamara S Phcp
  • Acidum nitricum S Phcp

Der konkrete Einnahmeplan für Erwachsene sollte dabei so aussehen:

  • 1.–3. Tag: morgens, mittags und abends je 10 Globuli Mercurius solibilis Phcp
  • 4.–6. Tag: morgens, mittags und abends je 10 Globuli Dulcamara S Phcp
  • 7.–9. Tag: morgens, mittags und abends je 10 Globuli Acidum nitricum S Phcp

Jeder Zyklus dauert demnach 9 Tage. Am 10. Tag wird von vorne begonnen, wobei das Medikament weiterhin alle 3 Tage gewechselt wird.

Neben diesen Maßnahmen bietet es sich grundsätzlich an, das Immunsystem parallel mittels Akupunktur anzusprechen – sowohl zur Prophylaxe als auch im akuten Fall. Im Rahmen einer (französischen) Ohrakupunktur nach Dr. Paul Nogier empfehlen sich dabei folgende Punkte am nicht dominanten Ohr:

  • LTSP
  • Interferonpunkt
  • Thymuspunkt
  • Ohrrandpunkt

Die Summe dieser Punkte wird auch als „Immunachse“ bezeichnet, wobei idealerweise LTSP und Ohrrandpunkt mit einer Silber-, Interferon- und Thymuspunkt dagegen mit einer Gold-Nadel gestochen werden sollten.

Fazit

Letztendlich sollte immer der Einzelfall entscheiden, welches Mittel bei welchen Beschwerden, in welcher Lage und bei welchem Patienten verwendet wird. Als Alternative kommen neben den genannten Medikamenten außerdem Präparate weiterer Hersteller infrage. Da ich jedoch den Rahmen dieses Artikels nicht sprengen will und insbesondere im Zusammenhang mit Erkältungsbeschwerden überwiegend mit Phönix-Produkten arbeite, habe ich mich auf diese beschränkt.

Literatur

  1. Kaufmann SHE. Basiswissen Immunologie, Springer, 2013
  2. Myers A. Die Autoimmun-Lösung: Ein gesundes Immunsystem beginnt im Darm, Irisiana, 2016
  3. Lackner R. Energetische Spagyrik: Der Weg zu emotionaler, seelischer und geistiger Balance, ML Verlag, 2019