Panorama
Naturheilpraxis 02/2022

Das Epstein-Barr-Virus als Auslöser der MS

Lesezeit: ca. 1 Minute

Seit Längerem gibt es den Verdacht, dass das Epstein-Barr-Virus (EBV) eine Multiple Sklerose (MS), entzündliche rheumatische Erkrankungen und das chronische Fatigue-Syndrom auslösen könnte. Eine neuere Studie liefert jetzt Belege, dass eine Infektion mit dem EBV die Autoimmunreaktion fördert, die für das Krankheitsbild der MS verantwortlich ist. Meist infizieren sich Kinder mit dem Epstein-Barr-Virus. Eine Infektion in diesem Alter verläuft in der Regel symptomlos, bei jungen Erwachsenen kann es zum Pfeiffer-Drüsenfieber kommen. Das Virus bleibt aber lebenslang in seiner inaktiven Form latent im Körper. Wissenschaftler der Harvard-Universität werteten in ihrer Studie Daten von rund zehn Millionen Angehörigen des US-Militärs aus, die zwischen 1993 und 2013 erhoben worden waren. 955 Personen entwickelten im Laufe ihrer Dienstzeit eine Multiple Sklerose. Bei 142 Teilnehmern waren die zu Beginn ihrer Dienstzeit entnommenen Blutproben noch EBV-negativ. Ein Ergebnis der Studie: Wer sich erst im Laufe seiner Dienstzeit mit EBV infizierte, erkrankte überproportional häufiger an Multipler Sklerose – das Risiko für eine MS stieg um das 32-Fache. Die Forscher betonen, dass eine Ansteckung mit dem Virus der erste Schritt im Krankheitsprozess sei, dann aber zusätzliche Faktoren hinzukommen müssten, um eine Multiple Sklerose voll ausbrechen zu lassen.

Quelle

scinexx. n.rpv.media/4bq

Dieser Artikel ist erschienen in

Naturheilpraxis 02/2022

Erschienen am 01. Februar 2022