Sowohl Homöopathen als auch Kritiker der Homöopathie verbinden mit Hahnemanns Chinarindenversuch aus dem Jahre 1790 die sogenannte „Geburtsstunde der Homöopathie“. Der folgende Beitrag bezieht sich auf die Kritik von Prof. Eugen J. Verspohl an Hahnemanns Chinarindenversuch, die in der Pharmazeutischen Zeitung unter dem Titel „Glaubenskrieg um Globuli“ erschienen ist. Mein Kollege Roger Rissel hat in den Ausgaben 05/2017 und 06/2017 der Naturheilpraxis Verspohls kritische Anmerkungen zur Homöopathie diskutiert. Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung und Fortsetzung.

In einem zweiten Teil werden die Änderungen diskutiert, die das Arzneimittel China im Lauf der Zeit in den gängigen Arzneibüchern erfuhr – auch unter folgendem Gesichtspunkt: Sind unsere heute in der Therapie genutzten Homöopathika (noch) vergleichbar mit den ursprünglich geprüften?

Mit dem Stellenwert des Chinarindenversuches für die Homöopathie hat sich Birgit Lochbrunner 2007 im Rahmen ihrer Dissertation „Der Chinarindenversuch – Schlüsselexperiment für die Homöopathie“ beschäftigt. Viele der hier angeführten Argumente wurden von ihr recherchiert.