Fachforum
Naturheilpraxis 12/2018

Das Arzneimittel „China“ gestern und heute

Teil 1: Hahnemanns Chinarindenversuch kritisch betrachtet

Sowohl Homöopathen als auch Kritiker der Homöopathie verbinden mit Hahnemanns Chinarindenversuch aus dem Jahre 1790 die sogenannte "Geburtsstunde der Homöopathie". Der folgende Beitrag bezieht sich auf die Kritik von Prof. Eugen J. Verspohl an Hahnemanns Chinarindenversuch, die in der Pharmazeutischen Zeitung unter dem Titel "Glaubenskrieg um Globuli" erschienen ist. Mein Kollege Roger Rissel hat in den Ausgaben 05/2017 und 06/2017 der Naturheilpraxis Verspohls kritische Anmerkungen zur Homöopathie diskutiert. Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung und Fortsetzung.

Ein Beitrag von Susann Buchheim-Schmidt
Lesezeit: ca. 11 Minuten
Susann Buchheim

In einem zweiten Teil werden die Änderungen diskutiert, die das Arzneimittel China im Lauf der Zeit in den gängigen Arzneibüchern erfuhr – auch unter folgendem Gesichtspunkt: Sind unsere heute in der Therapie genutzten Homöopathika (noch) vergleichbar mit den ursprünglich geprüften?

Mit dem Stellenwert des Chinarindenversuches für die Homöopathie hat sich Birgit Lochbrunner 2007 im Rahmen ihrer Dissertation „Der Chinarindenversuch – Schlüsselexperiment für die Homöopathie“ beschäftigt. Viele der hier angeführten Argumente wurden von ihr recherchiert.

Kritik am Chinarindenversuch

Verspohl schreibt in seinem Beitrag in der Pharmazeutischen Zeitung zum Chinarindenversuch (1):

„Der Selbstversuch mit Chinarinde wurde von Hahnemann offenbar falsch beschrieben beziehungsweise interpretiert. Hohe Dosen von Chinarinde erzeugen eigentlich immer eine Fiebersenkung; die gegenteilige Beobachtung ist schwer nachvollziehbar. Es kann eventuell Schüttelfrost hervorgerufen worden sein (vielleicht aufgrund einer Chinin-Allergie), den er als Fieberbeginn missdeutet haben könnte und der bei der Anwendung des verdünnten Homöopathikums zufällig aufhörte. [Anm. d. Verf.: Hahnemann nahm tatsächlich im Rahmen des Chinarindenversuches nur Chinarinde ein; er hat zu dieser Zeit noch nicht verdünnt bzw. potenziert.] Fieber konnte allerdings nicht objektiv gemessen werden, da das Fieberthermometer erst nach Hahnemanns Tod erfunden wurde. […]Das Ergebnis des Chinarindenversuchs konnte bisher nicht reproduziert werden und muss daher als Grundlage für das Simile-Prinzip abgelehnt werden.“

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Naturheilpraxis 12/2018

Erschienen am 01. Januar 2019