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Naturheilpraxis 10/2019

Darmmikrobiota im Alter

Wenn der Mensch altert, lässt sein Immunsystem nach. Ebenso verändert sich seine Darmmikrobiota. Fehlen nützliche Bakterien, wirkt sich das auf die (Darm-)Gesundheit oft nachteilig aus: So nehmen Entzündungen – nicht nur im Darm – und Infektionsrisiken bei Älteren zu.

Ein Beitrag von Angelika Hecht
Lesezeit: ca. 8 Minuten

Vor allem in den Industriestaaten steigt die Lebenserwartung. Jeder möchte möglichst lange gesund bleiben, körperlich fit und kognitiv auf der Höhe. Sowohl die physische als auch die geistige Fitness hängen nicht nur von der genetischen Veranlagung ab, sondern auch von Lebensstilfaktoren wie der Ernährung, ausreichender Bewegung und nicht zuletzt von der Zusammensetzung der Mikrobiota.

Die Mikrobengemeinschaft des Menschen entwickelt sich ab seiner Geburt. Die Geburt selbst (natürlich oder per Kaiserschnitt) und die frühkindliche Ernährung (Muttermilch oder Ersatznahrung) beeinflussen bereits die initiale Besiedlung. Der Kontakt zu anderen Menschen und zu Mikroben aus der Umgebung ( ländlich oder städtisch) prägen die Mikrobiota ebenfalls. Die Bakterien wiederum trainieren das Immunsystem, damit es gegen Erreger schlagkräftig wirken, aber viele potenzielle Allergene tolerieren kann.

Im Alter nimmt die Schlagkraft des Immunsystems ab, Fachleute sprechen von einer Immunoseneszenz. Dabei verändert sich auch die Zytokin-Ausschüttung: Proinflammatorische Botenstoffe nehmen zu. Es kommt allerdings weniger zu akuten Entzündungen, sondern zu einer chronischen, meist subklinischen Entzündung. Dieses Entzündungsaltern, auch Inflammaging oder Inflamm-Aging genannt, trägt wesentlich zum Alterungsprozess bei und wird als Trigger für zahlreiche Erkrankungen angesehen, zum Beispiel für M. Alzheimer, Arteriosklerose und kardiovaskuläre Erkrankungen, Arthritis, Osteoporose, M. Parkinson, Sarkopenie oder Typ-2-Diabetes (1).

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Naturheilpraxis 10/2019

Erschienen am 01. Oktober 2019