Die Symptome eines echten Darmverschlusses entwickeln sich meist schon innerhalb weniger Tage zu einem dramatischen Geschehen. Krankenhauseinweisung und Notoperation sind in solchen Fällen unerlässlich. Im Vergleich zu solch einem mechanischen Darmverschluss sind sogenannte Darmlähmungen funktioneller Natur. Hier könnte dem Patienten ein Eingriff sogar erspart werden.

Bei den funktionellen Darmlähmungen haben wir es meist mit vegetativen Regulationsstörungen zu tun. Diese sind bei unseren Patienten nicht selten, aber glücklicherweise meist nur temporär und somit relativ unauffällig. In vielen Fällen werden jene Störungen nicht als Kausalität für Appetitstörungen, Völlegefühl und Ähnliches identifiziert. Die Auswirkungen der vegetativ gestörten Darmfunktion mit Stauungen bzw. Darmverkrampfung oder auch Koliken können dennoch so anhaltend stark sein, dass es zu einer ähnlich dramatischen Symptomatik kommt wie bei einem mechanischen Ileus1. Nach den leidvollen Tagen bzw. der Operation sollte alles dafür getan werden, damit sich diese Erfahrung nicht wiederholt. So kann dem Patienten der drastische Schritt einer OP erspart bleiben.