Sowohl jüngere Generationen als auch Hausärzte müssen besser über Darmkrebs aufgeklärt werden. Das hat eine Studie der Hochschule Fresenius in Zusammenarbeit mit der Felix-Burda-Stiftung ergeben. Denn Aussagen wie „Darmkrebs betrifft nur ältere Menschen“ sind geläufig, treffen aber nicht zu. Die Zahl der Neuerkrankungen sinkt bei über 50-Jährigen sogar, während sie bei jüngeren Menschen zunehmend ansteigt. Vor allem gilt: Hatte ein Familienangehöriger Darmkrebs, steigt das Risiko, ebenfalls daran zu erkranken, deutlich an. Dieses Wissen ist der Studie zufolge nicht weit genug verbreitet. So gaben z. B. 27 % der gesunden 18–34-Jährigen an, familiär vorbelastet zu sein; davon stuften jedoch fast alle ihr eigenes Erkrankungsrisiko als niedrig ein. Die Befragung von Darmkrebsbetroffenen jeden Alters ergab zudem, dass sich 42,6 % mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen fühlten. Häufig hätten sie vom Hausarzt zu hören bekommen, dass sie viel zu jung seien, um Darmkrebs zu haben. Daher seien die Symptome von 32,4 % der Teilnehmer auch über einen längeren Zeitraum falsch behandelt worden. Erst nach elf Monaten erfolgloser Behandlung wurden die Befragten durchschnittlich an einen Facharzt überwiesen, der die Diagnose Darmkrebs stellte.