Der schöne Strauch imponiert schon zeitig im Frühjahr durch seine intensiv duftenden rosafarbenen Blüten an den Rändern von Mischwäldern und ist so eine erste Nahrungsquelle für verwegene Insekten, die sich den Nachtfrösten zum Trotz schon hervorwagen. Man kann ihn mit Fug und Recht als mehr als nur eine Augenweide bezeichnen, er ist auch eine Insektenweide.

Etymologie und Botanik

Der Seidelbast hat seinen deutschen Namen von den fleißigen Zeideln, den Bienen, die seine Blüten als erste anfliegen, um Nektar zu tanken und Pollen zu sammeln. Anders als ihre wilden Schwestern haben es die Honigbienen in ihren Stöcken im Winter warm und können bereits die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen nutzen, um auf Nahrungssuche auszuschwärmen. Und wie bei allen Pflanzen, die uns Menschen etwas sagen wollen, kennen wir mehrere Volksnamen für diesen Strauch. So wird er auch Hühnertod, Giftbäumchen, Pfefferbaum oder Rauschbeere genannt. Am gebräuchlichsten findet sich das Synonym „Kellerhals“, das sich laut Helmut Genaust angeblich von „Quäl den Hals“ ableitet, was durchaus wahrscheinlich ist und einleuchtet. Denn schließlich sind die Beeren von erheblicher Toxizität, was sich auch im wissenschaftlichen Namen widerspiegelt. Dieser setzt sich zusammen aus „Daphne“, womit auf den Gattungsnamen der Lorbeerbäume verwiesen wird, und aus dem altpersischen Wort „mazaryun“, das töten bedeutet. Man kann also, sofern man des Altpersischen mächtig ist, einmal mehr das Wesen aus dem Namen lesen!