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In herstellerfinanzierten Studien werden regelmäßig die gesundheitlichen Vorteile betont, die sich beim Umstieg von Tabakzigaretten aufs Dampfen von E-Zigaretten ergeben sollen. Zwar finden sich im Dunst von E-Zigaretten tatsächlich weniger gesundheitsschädliche Stoffe, doch nimmt die toxische Wirkung nicht zwangsläufig ab. Daher raten führende medizinische Fachgesellschaften, wie z. B. die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), davon ab, zur Raucherentwöhnung E-Zigaretten einzusetzen. Industrieunabhängige Studien konnten nach einem Wechsel zu E-Zigaretten keine Verbesserungen bei chronisch entzündlichen Lungenkrankheiten feststellen. Vielmehr wiesen Laborexperimente nach, dass Bronchialzellen von COPD-Patienten, wenn sie dem Aerosol von elektronischen Zigaretten ausgesetzt werden, sogar mit noch höherer Entzündung reagieren. Denn auch das Aerosol von Liquids oder Tabakerhitzern hat deutlich entzündungsfördernde, gefäßschädigende und karzinogene Eigenschaften. Wer also dauerhaft mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte daher auf die bewährten Nikotinersatztherapien und gegebenenfalls verhaltenstherapeutische Maßnahmen setzen.

Quelle

Medical Tribune. n.rpv.media/542

Dieser Artikel ist erschienen in

Naturheilpraxis 08/2022

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Erschienen am 02. August 2022