Schwerpunkt
Naturheilpraxis 10/2022

CVI – das 3-Säulen-Konzept bei Venenschwäche

In Deutschland leiden heute über 3 Millionen Menschen (mehr Männer als Frauen) an CVI – Chronisch-venöser Insuffizienz. Aufgrund guter Frühdiagnostik und effektiven Präventivmaßnahmen ist die Anzahl der Krankheitsfälle nicht mehr so hoch wie früher. Die Venenschwäche kann teils massive Gesundheitsschäden verursachen. Zum Glück hält die Welt der Komplementärmedizin bewährte Therapiemaßnahmen bereit.

Ein Beitrag von Abbas und Kian Schirmohammadi
Lesezeit: ca. 10 Minuten
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Chronisch-venöses Stauungssyndrom, Chronische Veneninsuffizienz, Chronisch-venöse Insuffizienz – kurz CVI. Diese Begriffe erklären eine Venenschwäche, die aus einer venösen Abflussbehinderung heraus resultiert. Es entstehen Mikrozirkulationsstörungen der Gefäße mit deutlichen Venen- und Hautveränderungen bis hin zu chronischen Wunden, z. B. einem „offenen Bein“ (Ulcus cruris venosum), eine kaum heilende Wunde am Innenknöchel (1). Grundsätzlich erhöht sich mit steigendem Alter und Gewicht das Risiko, an CVI zu erkranken. Im Detail sind folgende drei Entstehungsursachen relevant:

  • Postthrombotisches Syndrom: Eine Beinvenenthrombose bewirkt eine Rekanalisierung des Blutflusses. Der durchlässig gewordene Blutpfropfen verwächst mit den Venenwänden; die Gefäßwände sowie die Venenklappen nehmen Schaden und verlieren ihre Rückstauventilfunktion. Folglich entsteht eine CVI (2).
  • Varikose: Die primäre Form ist erblich, die Abläufe noch nicht entschlüsselt. Bei der sekundären Varikose liegt eine Phlebothrombose vor, wodurch Krampfadern entstehen. Die Venen verengen sich, es zeigt sich das Bild einer „Perlenschnur“ unter der Haut (3).
  • Gefäßfehlbildungen: Hierunter sind Venenschäden infolge sich entwickelnder pathologischer Gefäßveränderungen zu verstehen.