Die Colitis ulcerosa als eine Entzündung des Dickdarms ist klinisch nachweisbar. Der Reizdarm dagegen wird lediglich als Ausschlussdiagnose gestellt. Bis zu 20 % der westlichen Bevölkerung sollen davon betroffen sein. Pathophysiognomisch finden sich Hinweise darauf, die auch in eine naturheilkundliche Therapie münden.

Entsprechend der medizinischen Leitlinie ist das Reizdarmsyndrom wie folgt definiert: „Die Krankheit des Reizdarmsyndroms (RDS; Irritable Bowel Syndrome/IBS) liegt vor, wenn alle 3 Punkte erfüllt sind.

  1. Es bestehen chronische, d. h. länger als 3 Monate anhaltende Beschwerden (z. B. Bauchschmerzen, Blähungen), die von Patient und Arzt auf den Darm bezogen werden und in der Regel mit Stuhlgangsveränderungen einhergehen.
  2. Die Beschwerden sollen begründen, dass der Patient deswegen Hilfe sucht und/oder sich sorgt, und so stark sein, dass die Lebensqualität durch sie relevant beeinträchtigt wird.
  3. Voraussetzung ist, dass keine für andere Krankheitsbilder charakteristischen Veränderungen vorliegen, welche wahrscheinlich für diese Symptome verantwortlich sind.“

Nach dem Gastroenterologie-Portal ist das Ziel dieser Leitlinie, „den aktuellen Kenntnisstand zu Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie aller Formen des Reizdarmsyndroms bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren zusammenzufassen, zu bewerten und in praxisrelevante Empfehlungen zu übertragen.“ Weiter stellt das Portal fest: „Mit der „Reizdarm-Leitlinie“ wurden erstmals evidenzbasierte Empfehlungen zur symptomorientierten medikamentösen Therapie des Reizdarmsyndroms erarbeitet, die sowohl etablierte Therapien als auch moderne und alternative Therapieverfahren berücksichtigen und bewerten. Die Leitlinie soll der evidenzbasierten Fort- und Weiterbildung dienen und auf dieser Basis eine Verbesserung der medizinischen Versorgung dieser Patienten in der ambulanten und stationären Versorgung erreichen. Die Empfehlungen der Leitlinie richten sich an alle Berufsgruppen, die Patienten mit Reizdarmsyndrom behandeln, an Gastroenterologen, Allgemeinmediziner, Internisten, Kinder- und Jugendmediziner, Chirurgen, Schmerztherapeuten, Ernährungsmediziner, Naturheilkundler, Psychologen, Psychiater, Psychosomatiker etc. ebenso wie an Betroffene und Leistungserbringer (Krankenkassen, Rentenversicherungsträger).“