Demenz- und Parkinsonpatienten leiden häufig an nächtlicher Unruhe und Schlafstörungen durch eine ausgeprägte zirkadiane Dysregulation. Auch die REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der die motorische Hemmung in der REM-Phase versagt, ist wohl mit einer zirkadianen Dysregulation verbunden. Betroffene Patienten werden oftmals mit Benzodiazepinen und Neuroleptika ruhiggestellt, die jedoch nur symptomatisch wirken. Eine Studie hat nun gezeigt, dass sich der zirkadiane Rhythmus auch mit Licht und Melatonin wieder ins Lot bringen lässt. Die natürliche Synchronisierung des Tag-Nacht-Rhythmus via Tageslichtexposition bzw. am Tageslicht orientierte Beleuchtung hat laut Studie vor allem bei neurodegenerativen Erkrankungen großen therapeutischen Nutzen. Zur Stabilisierung des zirkadianen Systems wird abends zusätzlich das Schlafhormon Melatonin gegeben, das der Körper bei Patienten mit nächtlicher Unruhe und Schlafstörungen zu wenig synthetisiert. Die Forscher empfehlen, das Melatonin immer zur gleichen Zeit zu nehmen, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen. Chronotherapie scheint sich sogar günstig auf die kognitiven Symptome auszuwirken, hierzu sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.