Schwerpunkt
Naturheilpraxis 11/2022

Chronische Nebenhöhlenentzündung

Die therapieresistente Sinusitis und ihre naturheilkundliche Therapie

Wenn Menschen chronisch "die Nase voll haben", wird dieser Ausdruck meistens im übertragenen Sinne verwendet. Für nicht wenige Patienten gilt er aber ganz wörtlich. Viele Patienten leiden jahrelang an ihren Beschwerden und haben eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich. Die Ursachenforschung zur Heilung einer chronischen Sinusitis braucht einen geradezu kriminalistischen Spürsinn, gepaart mit guten Kenntnissen der biomechanischen Besonderheiten des komplexen Nebenhöhlensystems und seiner Zusammenhänge mit Zähnen, Nerven und dem übrigen Organismus.

Ein Beitrag von Margret Rupprecht
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Mit dem Begriff „Nebenhöhlen“ bezeichnet man acht Hohlräume, die zu den Nasengängen hin geöffnet sind und das Einatmungsorgan des Menschen erweitern. Die beiden Kieferhöhlen befinden sich rechts und links von der Nase über dem Oberkiefer. Praktisch gesehen sind sie eher schlecht belüftet, weil ihr Ausgang am Dach der Höhlen liegt und von dort aus in den mittleren Nasengang mündet. So kann es durchaus passieren, dass während einer Nebenhöhlenentzündung Sekret und Eiter wie in einer kleinen Wanne in den Kieferhöhlen stehen können, weil durch den hochgelegenen Ausgang der Sekretabfluss erschwert ist. Die beiden Stirnhöhlen liegen oberhalb der Nasenwurzel und der inneren Augenbrauen. Sie sind nur durch eine dünne Knochenplatte voneinander getrennt und münden ebenfalls in den mittleren Nasengang.

Bei den zwei Siebbeinzellsystemen handelt es sich um eine rechts- und eine linksseitige Gruppe von mehreren kleinen Höhlen, die zwischen der Augen- und der Nasenhöhle angesiedelt sind. Sie öffnen sich sowohl zum mittleren wie auch zum oberen Nasengang hin. Die beiden Keilbeinhöhlen erkranken seltener, da sie sehr weit hinten liegen.

Die Aufgaben der Nasennebenhöhlen sind vielfältig. Sie dienen der Abwehr von Luftkeimen, denn ihre Schleimhäute sind mit immunkompetenten Zellen besetzt. Sie dienen ferner der Erwärmung und Befeuchtung der Atemluft und reinigen diese, bevor sie in die Lunge strömt, weil kleine Schmutzpartikelchen an der feuchten Nebenhöhlenschleimhaut haften können, von wo sie später wieder forttransportiert werden. Durch die Vergrößerung der inneren Oberfläche der Nase mithilfe ihrer nachgeschalteten Hohlräume wird die Atemluft optimal für ihre Verwertung in der Lunge vorbereitet. Sie wird erwärmt, befeuchtet, gereinigt und bis zu einem gewissen Grad keimärmer gemacht.

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