Lange bestehende Störungen der Leber können unterschiedliche Erkrankungen begünstigen und hervorrufen. Konstitutionelle Veranlagungen und pathophysiologische Zusammenhänge lassen sich mit der Augendiagnose manchmal besser verstehen. Anhand zweier Praxisfälle möchte ich meine Arbeitshypothese zur Diskussion stellen.

Die kastaniengroße Prostata als exokrine Drüse, die unterhalb der Harnblase liegt, ist für unsere geschlechtliche Fortpflanzung notwendig, denn in ihr wird ein Teil der Samenflüssigkeit gebildet. Die von der Prostata beigesteuerte Samenflüssigkeit ist für die Beweglichkeit der Spermien wichtig. Dieses Zusammenspiel ist wichtig, denn nur bewegliche Spermien können die Befruchtung der Eizelle gewährleisten. Faktoren, die auf die an sich agilen Spermien Einfluss nehmen, sind chronischer Stress, Rauchen, Alkohol, Elektrosmog, bestimmte Pestizide, Anabolika, Drogen und Übergewicht. Den zuletzt genannten Punkt konnten auch Andrologen bestätigen, die auf überschüssiges Fett im Bauchraum hinweisen. Dieses ist schädlich, da es entzündungsfördernde Botenstoffe, sogenannte Adipozytokine oder Adipokine, in großen Mengen produziert und freisetzt, die in der Folge den männlichen Hormonhaushalt stören (1).