Die Lebensmaxime des Menschenfreundes lautete: „Richte alle Deine Handlungen so aus, daß dadurch der höchste Zweck Deines Berufes als Arzt, Erhaltung des Lebens, Wiederherstellung der Gesundheit der Patienten und Milderung der Leiden der Patienten, auf’s möglichste erreicht werde.“ Im Zeitalter der Aufklärung erwachte das Bürgertum gerade erst zum Leben, doch Hufeland forderte bereits vehement soziale und gesundheitspolitische Verbesserungen.

Jugend und Ausbildung

Am 12. August 1762 kommt Christoph Wilhelm Hufeland in einer Arztfamilie in Bad Langensalza zur Welt. Bereits sein Vater Johann Friedrich Hufeland und auch sein Großvater praktizierten am Hof des Herzogs in Weimar, u. a. als Leibärzte der Herzogin Anna Amalia.
Bis zu seinem Tode unterrichtet der Großvater Christoph Wilhelm. Danach übernimmt der Hauslehrer Magister Senfting diese Aufgabe. Er ist dem Vater jedoch nicht streng genug, weshalb der ihn durch den puritanischen Theologen Restel ersetzt. Mit ihm endet Christoph Wilhelms unbeschwerte Jugend abrupt: Sein Schulalltag besteht ab sofort zehn Jahre lang aus einem streng geregelten Tagesablauf, aus Zwang und bei Versagen sogar aus körperlicher Züchtigung.
Mit zunehmendem Alter nimmt sein Vater Christoph Wilhelm immer öfter zu Krankenbesuchen in die Dörfer des Weimarer Umlands mit. Dabei sammelt der Sohn Mineralien, arbeitet im Garten und erhält einen Eindruck von der tatsächlichen Welt. Ein Onkel lehrt ihn schließlich gesellschaftliche Umgangsformen. Außerdem beauftragt der Vater den Bibliothekar Ernst August Schmidt, liebevoll Schmidtchen genannt, Christoph Wilhelm Unterricht in Englisch und Französisch zu erteilen. Dessen gütiger Humor lässt Hufeland nach Jahren der Unterdrückung wieder aufblühen.
Ab 1780 studiert er in Jena Medizin. Dort besucht er Vorlesungen des Anatomen und Chirurgen Justus Christian Loder, späterer Leibarzt des russischen Zaren. Gezwungen von seinem Vater setzt Christoph Wilhelm sein Medizinstudium ab Ostern 1781 in Göttingen fort. Zwei Jahre darauf promoviert er zum Doktor der Medizin. Die Promotion wird jedoch emotional überdeckt vom Tod seiner Mutter Dorothea Amalie sowie von der zunehmenden Erblindung seines Vaters. Durch die Behinderung kann dieser seine Arztpraxis in Weimar nicht mehr verlässlich führen, sodass das Familieneinkommen gefährdet ist.