Fachforum
Naturheilpraxis 05/2022

Cholesterin versus Homocystein

Kardiovaskuläre Risiken und Prävention

Seit Jahrzehnten tobt ein Glaubenskrieg, der die Pathogenese von Arteriosklerose und den sich daraus entwickelnden Folgeerkrankungen betrifft. Dass primär hohe Cholesterinwerte Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen und Lipidsenker die beste Lösung sind, ist unbewiesen. Eine erfolgreiche Prävention berücksichtigt alle Risikofaktoren. Niedrige Homocysteinspiegel und genügend B-Vitamine sind fast eine Lebensversicherung für die Herzgesundheit.

Ein Beitrag von Dr. med. Eberhard J. Wormer
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen ganz oben auf der Liste der Todesursachen in Industriestaaten: koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall. Als Wurzel allen Übels gilt die Arteriosklerose – eine komplexe Pathologie, deren Ursachen nach wie vor unklar sind. Dennoch beansprucht die Fett-Cholesterin-Theorie seit den 1960er-Jahren die Deutungshoheit. Man machte damals Cholesterin zum „Täter“ und behauptete, dass zu viel Fett im Blut Arteriosklerose verursacht (bis heute unbewiesen). Es folgten aggressive Kampagnen für chemische Lipidsenker und fettarme Nahrungsprodukte. Kritische Stimmen wurden erstickt. Das traf beispielsweise den Internisten und Strophanthin-Pionier Berthold Kern (1911–1995) und den Forscher Kilmer McCully. Er beschrieb die kardiovaskuläre Toxizität von Homocystein und legte ein rationales Konzept zur Prävention der Arteriosklerose vor (1).

Noch immer dominieren umsatzstarke Lipidsenker den Markt für Herz-Kreislauf-Medikamente (z. B. Statine) – obwohl die kardiovaskuläre Mortalität nur marginal günstig beeinflusst wurde, obwohl die Fett-Cholesterin-Hypothese widerlegt ist. Arteriosklerose hat viele Ursachen. Stress, Genussgifte, Diabetes, Bluthochdruck, ungesunde Ernährung, Vitalstoff- und Bewegungsmangel, Entzündung, Infektion und Veranlagung sind bekannte Risikofaktoren.

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Naturheilpraxis 05/2022

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Erschienen am 03. Mai 2022