Die Resistenzentwicklung gegenüber chemotherapeutischen Maßnahmen stellt ein großes Problem in der Krebstherapie dar. Eine internationale Studie hat eine Ursache dieser Resistenzentwicklung identifiziert: die zelluläre Stressantwort. Dieser Mechanismus ermöglicht Zellen auch unter schlechten Bedingungen das Überleben. Im Mittelpunkt der Studie stand die sogenannte Unfolded Protein Response (UPR), eine zellulären Stressreaktion, die durch ungefaltete Proteine ausgelöst wird und auch bei zahlreichen anderen Krankheiten eine wichtige Rolle spielt, z. B. bei Diabetes oder neurodegenerativen Erkrankungen. Die Forscher konnten neben den bereits bekannten Genen der UPR eine Vielzahl weiterer Moleküle identifizieren, die unter Stress aktiviert werden und dabei helfen, das Überleben der Zelle zu sichern. Diese Moleküle üben wichtige Funktionen im zellulären Stoffwechsel aus, wurden bisher jedoch nicht mit der zellulären Stressantwort in Verbindung gebracht. Sie führen zu einem veränderten Folsäure-abhängigen Ein-Kohlenstoff-Metabolismus (1C-Metabolismus). Das erklärt die Entwicklung von Chemo-Resistenzen der Zellen, denn viele Chemotherapeutika greifen genau über diesen Stoffwechselweg an. Die Entschlüsselung dieses Mechanismus ermöglicht die Verbesserung bisheriger Konzepte und Ansätze in der Krebstherapie.