Coenzym Q10 ist in jeder Zellmembran des menschlichen Organismus nachweisbar. Es ist in den Mitochondrien an der Zellatmung beteiligt und wird den Antioxidantien und Radikalfängern zugerechnet. In der Werbung wird es als Nahrungsergänzungsmittel zur Prävention und Therapie zahlreicher Erkrankungen angepriesen. Doch welche Patienten profitieren wirklich von Coenzym Q10? Dieser Artikel gibt eine Übersicht über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Coenzym Q10, das auch als Ubichinon (2,3-Dimethoxy-5-methyl-6-decaprenyl-1,4-benzochinon; C59H90O4) bezeichnet wird, ist eine fettlösliche Substanz, die für den reibungslosen Transfer von Protonen und Elektronen in der Atemkette der Mitochondrien und für die Bildung von Adenosintriphosphat (ATP) unerlässlich ist (1, 2). Als Coenzym ist es für die katalytische Aktivität von Enzymen essenziell, da die von diesen Enzymen unterstützte Umsetzung von Stoffen nur in Anwesenheit der beteiligten Coenzyme stattfinden kann. So übernimmt Ubichinon in der Atmungskette beispielsweise zwei Wasserstoffatome von der oxidierten Form des Coenzyms Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NADH+H+) und gibt sie später an Cytochrom C ab.