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Naturheilpraxis 02/2019

Chancen und Grenzen von Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist in jeder Zellmembran des menschlichen Organismus nachweisbar. Es ist in den Mitochondrien an der Zellatmung beteiligt und wird den Antioxidantien und Radikalfängern zugerechnet. In der Werbung wird es als Nahrungsergänzungsmittel zur Prävention und Therapie zahlreicher Erkrankungen angepriesen. Doch welche Patienten profitieren wirklich von Coenzym Q10? Dieser Artikel gibt eine Übersicht über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Ein Beitrag von Sabine Ritter
Lesezeit: ca. 11 Minuten

Coenzym Q10, das auch als Ubichinon (2,3-Dimethoxy-5-methyl-6-decaprenyl-1,4-benzochinon; C59H90O4) bezeichnet wird, ist eine fettlösliche Substanz, die für den reibungslosen Transfer von Protonen und Elektronen in der Atemkette der Mitochondrien und für die Bildung von Adenosintriphosphat (ATP) unerlässlich ist (1, 2). Als Coenzym ist es für die katalytische Aktivität von Enzymen essenziell, da die von diesen Enzymen unterstützte Umsetzung von Stoffen nur in Anwesenheit der beteiligten Coenzyme stattfinden kann. So übernimmt Ubichinon in der Atmungskette beispielsweise zwei Wasserstoffatome von der oxidierten Form des Coenzyms Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NADH+H+) und gibt sie später an Cytochrom C ab.

Organe mit einem hohen Energieaufwand haben einen erheblichen Bedarf an Ubichinon, das strukturell mit den Vitaminen E und K verwandt ist. Hierzu gehören unter anderem Lunge, Leber, Nieren und Herz, aber auch die Muskulatur, das Nerven- und das Immunsystem. Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass der Körper Coenzym Q10 in jungen Jahren in ausreichender Menge selbst bildet. Doch mit zunehmendem Alter nimmt diese körpereigene Produktion ab. Über die Ernährung kann die nachlassende Ubichinon-Bildung jedoch nicht ausgeglichen werden. Daher ist dessen Gehalt bei Senioren in vielen Organen in der Regel deutlich geringer als bei jungen Erwachsenen. Dies trägt dazu bei, dass einerseits die mitochondriale und körperliche Aktivität bei den Betroffenen nachlässt und andererseits der oxidative Stress zunimmt. Studienergebnisse zeigen jedoch, dass dieser Prozess reversibel ist, wenn Coenzym Q10 substituiert wird (1).

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Naturheilpraxis 02/2019

Erschienen am 01. Februar 2019