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Naturheilpraxis 06/2022

Cellulite – Pathogenese und Behandlung

Die exakte Pathogenese der Cellulite ist immer noch nicht genau erforscht. Gesichert ist, dass die Adipozyten des kutanen Fettgewebes eine Schlüsselrolle bei der Entstehung spielen. Das Problem vieler kutan angewendeter Wirkstoffe ist ihre Bioverfügbarkeit aufgrund fehlender Penetration. Im Folgenden wird eine auf Glycyrrhetinsäure aus der Süßholzwurzel sowie L-Carnitin basierende Therapiestrategie vorgestellt, die auf Studien von italienischen Endokrinologen und deutschen Dermatologen beruhen.

Ein Beitrag von Jens Bielenberg
Lesezeit: ca. 9 Minuten
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Vier von fünf Frauen kämpfen mit dem Orangenhautproblem. Verantwortlich für die Entstehung der Cellulite, aufgrund der dellenartigen Optik auch Orangenhaut genannt, ist die besondere Struktur des weiblichen Bindegewebes, das – anders als bei Männern – in lockeren Strängen angeordnet ist. Die Lederhaut geht ohne scharfe Grenze in die Subkutis, ein lockeres, lamellenartig gebautes Bindegewebe, über – in das mehr oder weniger reichlich Fettgewebe in Form von Läppchen eingelagert ist. Als Cellulite bezeichnet man das Nebeneinander von Vorwölbungen und Dellen an der Hautoberfläche, insbesondere an Oberschenkeln, Hüfte und Gesäß. Die Cellulite ist eine Beschreibung für einen Hautzustand und keine Erkrankung. Eine wesentliche Rolle für die Entstehung spielt das kutane Fettgewebe. Cellulite ist gekennzeichnet durch große, metabolisch stabile Adipozyten, die auf die untere Körperhälfte beschränkt sind (1). Ultraschalluntersuchungen der von Cellulite betroffenen Hautzellen zeigen eine diffuse Vorwölbung von Fettzellen in die Dermis. Frauen weisen ein diffuses Muster irregulärer und unterbrochener Bindegewebszüge direkt unterhalb der Dermis auf. Bei Männern ist diese Schicht glatt und durchgehend. Bei Frauen besteht die obere Subkutisschicht aus stehenden Fettzellkammern, die durch das Bindegewebe röhrenförmig voneinander getrennt sind. Diese Fetteinheiten wölben sich beim seitlichen Zusammenpressen der Haut polsterartig hoch. Das entstehende Hautrelief ähnelt einer gesteppten Matratze oder der Oberfläche einer Orange (Orangenhaut). Mit zunehmendem Lebensalter vergrößern sich die Fettzellen. Mit der Glycyrrhetinsäure aus der Süßholzwurzel gelang es nicht nur, die Zahl der Adipozyten, sondern auch deren Größe zu verringern (2).

Das größte Problem von Cremes ist es, die wirksamen Bestandteile an den Wirkort zu bringen.

  • Methylxanthine, so die Hypothese, wirken, indem sie die Lipolyse stimulieren und durch Hemmung der Phosphodiesterase Konzentrationen des cyclischen Adenosinmonophosphat erhöhen.
  • Retinoide wirken, indem sie die Hautdicke vergrößern, die Angiogenese und die Bildung neuen Bindegewebes fördern. Allerdings sind sie nur wenig effektiv bei Cellulite (3–6).
  • Für Glycyrrhetinsäure und L-Carnitin konnte in Penetrationsuntersuchungen nachgewiesen werden, dass sie bei kutaner Gabe den Zielort erreichen, um dort die Cortisolbiosynthese zu hemmen und damit einen wichtigen Stimulus für die Adipogenese (12, 15).

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Naturheilpraxis 06/2022

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Erschienen am 01. Juni 2022