Schwerpunkt
Naturheilpraxis 09/2020

CED: Mikronährstoffe im Fokus

Nicht nur aufgrund ihrer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung können Patienten einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen haben, auch Medikamente können die Aufnahme dieser Substanzen verändern. Darüber hinaus können einzelne Stoffe den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, indem sie das Immunsystem regulieren, Entzündungen hemmen und die Funktionen des Gastrointestinaltrakts unterstützen.

Ein Beitrag von Sabine Ritter
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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind komplexe Barriere-Erkrankungen, die mit einer Kombination aus Fehlern bei der Erkennung von Bakterien, Defekten der Autophagie, Schwächen im endoplasmatischen Retikulum, Stress und Funktionsstörungen der Monozyten einhergehen. All dies beeinträchtigt die antimikrobielle Abwehr und führt zu Veränderungen des Mikrobioms. Einerseits können dadurch vermehrt Bakterienstämme nachgewiesen werden, die Darmerkrankungen auslösen, andererseits mangelt es an Bakterien, die wichtig für die Darmgesundheit sind. Hierzu gehören Bakterien, die protektive kurzkettige Fettsäuren bilden, sodass der Schutz der Darmschleimhaut beeinträchtigt und somit die Darmbarriere geschwächt ist (1–3).

Normalerweise befinden sich Darmbakterien nur in der äußeren Mukusschicht, die innere Mukusschicht des Darms ist dagegen steril. Insbesondere die innere Schicht ist reich an antimikrobiellen Peptiden, den Defensinen. Bis zu den Krypten des Kolons gelangen Darmbakterien daher bei gesunden Menschen nicht. Beim Morbus Crohn breiten sich die Bakterien jedoch in der Mukusschicht aus und dringen bis in die Krypten des Kolons vor, da die Konzentration der Defensine vermindert ist. Zusätzlich ist die Mukusschicht bei der Colitis ulcerosa noch dünner als im gesunden Zustand. In den Krypten induzieren die Bakterien dann eine Entzündungsreaktion, an der mit Granulozyten, Makrophagen und dendritischen Zellen verschiedene Zellen der angeborenen Immunabwehr zusammen mit T-Zellen, also der erworbenen Immunität, beteiligt sind. Neben einer chronischen Diarrhö können eine Vielzahl weiterer Beschwerden auftreten, die in Tabelle 1 zusammengefasst sind. Die möglichen Auswirkungen auf den Mikronährstoffhaushalt sind fett hervorgehoben (1–3).

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