Nicht nur aufgrund ihrer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung können Patienten einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen haben, auch Medikamente können die Aufnahme dieser Substanzen verändern. Darüber hinaus können einzelne Stoffe den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, indem sie das Immunsystem regulieren, Entzündungen hemmen und die Funktionen des Gastrointestinaltrakts unterstützen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind komplexe Barriere-Erkrankungen, die mit einer Kombination aus Fehlern bei der Erkennung von Bakterien, Defekten der Autophagie, Schwächen im endoplasmatischen Retikulum, Stress und Funktionsstörungen der Monozyten einhergehen. All dies beeinträchtigt die antimikrobielle Abwehr und führt zu Veränderungen des Mikrobioms. Einerseits können dadurch vermehrt Bakterienstämme nachgewiesen werden, die Darmerkrankungen auslösen, andererseits mangelt es an Bakterien, die wichtig für die Darmgesundheit sind. Hierzu gehören Bakterien, die protektive kurzkettige Fettsäuren bilden, sodass der Schutz der Darmschleimhaut beeinträchtigt und somit die Darmbarriere geschwächt ist (1–3).