Krebsforum
Naturheilpraxis 06/2020

Cannabidiol (CBD) bei Brustkrebs

Die Heilpflanze Cannabis (Hanf) erlebt seit einigen Jahren ein erfolgreiches Comeback, da eine ganze Reihe neuer Wirkstoffe (Cannabidiole) extrahiert werden konnten, die weder berauschende noch zur Sucht führende Eigenschaften besitzen. Diese Cannabidiole haben sich hinsichtlich ihres Einsatzes zur begleitenden Therapie bei Krebserkrankungen sehr bewährt und stehen deshalb im Fokus der pharmazeutischen Forschung.

Ein Beitrag von Sebastian Vigl
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Im 19. Jahrhundert galten Cannabis-Rezepturen noch zum Standardsortiment europäischer und nordamerikanischer Apotheken. Danach verhinderte nicht nur die jahrzehntelange Kriminalisierung ihren therapeutischen Einsatz, sondern auch die andauernde Ratlosigkeit der Wissenschaft. 1963 gelang es den Forschern um Raphael Mechoulam, die ersten Hauptwirkstoffe von Cannabis zu identifizieren, die sogenannten Cannabinoide. Das Team isolierte zunächst nicht den bekannten psychoaktiven Stoff THC (Tetrahydrocannabinol) sondern CBD (Cannabidiol). Im Gegensatz zu THC verfügt CBD über keine berauschende Wirkung, weist aber ein ähnlich breites therapeutisches Potenzial auf. Dessen möglicher Nutzen wird heute bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen diskutiert. Dazu zählen neben verschiedenen Epilepsieformen auch Depression, Schizophrenie, Angst-, Haut- und andere Entzündungskrankheiten sowie das Krebsgeschehen, respektive Mamma-Ca.

Das Endocannabinoid-System

Circa 25 Jahre nach der erfolgreichen CBD-Isolierung erfolgte der entscheidende wissenschaftliche Durchbruch, der den heutigen therapeutischen Nutzen von Cannabis und Wirkstoffen wie CBD ermöglicht: die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems. Dieses System ist ein komplexes Zusammenspiel von Botenstoffen (Endocannabinoiden) und entsprechenden Cannabinoid-Rezeptoren (Tabelle 1). Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit zu Endocannabinoiden können THC und CBD über eine Interaktion mit Cannabinoid-Rezeptoren viele dieser Körperfunktionen beeinflussen und zudem einen Mangel an körpereigenen Endocannabinoiden ausgleichen, wie etwa der amerikanische Cannabis-Forscher Ethan Russo vermutet . Russo sieht einen Endocannabinoid-Mangel als mögliche Ursache bei Fibromyalgie, Migräne oder Menstruationsbeschwerden.

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Naturheilpraxis 06/2020

Erschienen am 02. Juni 2020