Experimentell und in Versuchen mit Mäusen konnten Forscher aus Gießen eine Linderung der pulmonalen arteriellen Hypertonie durch den Einsatz des Braunalgenextrakts Fucoidan erzielen, eines sulfatierten Polysaccharides. Die pulmonale arterielle Hypertonie ist die Folge eines strukturellen Umbaus der Lungenarterien und belastet das rechte Herz. Langfristig kann die Erkrankung eine Rechtsherzinsuffizienz nach sich ziehen. Braunalgen (Fucus vesiculosus) werden in der chinesischen und japanischen Medizin unter anderem aufgrund ihrer antiproliferativen und antiinflammatorischen sowie tumor- und vasoprotektiven Eigenschaften eingesetzt.
Die Wissenschaftler konnten in vitro aufzeigen, dass der strukturelle Umbau der Gefäßwände unter dem Einfluss von Fucoidan aufgehalten werden kann, weil die Substanz das Protein P-Selectin hemmt, das bei Sauerstoffmangel im Rahmen einer pulmonalen arteriellen Hypertonie vermehrt gebildet wird. Die Hemmung wirkte sich außerdem günstig auf die Rechtsherzfunktion der behandelten Mäuse aus. Autorin: Sabine Ritter