Blutegel werden schon seit Jahrtausenden medizinisch genutzt, bisher konnten über 100 Substanzen mit gerinnungs-, schmerz- und entzündungshemmende Eigenschaften im Speichel der Tiere identifiziert werden. Am besten untersucht sind die Effekte einer Blutegeltherapie bei symptomatischer Gonarthrose. In einer kontrollierten, nicht-randomisierten Pilotstudie mit 16 Patienten konnte das Schmerzniveau der Teilnehmer im Vergleich zur Standardbehandlung signifikant gesenkt werden: Nach dem einmaligen Ansetzen von vier bis fünf Egeln rund um das Kniegelenk ging es innerhalb von drei Tagen um gut 60 Prozent zurück. Zwei nachfolgende randomisierte, kontrollierte Studien mit 51 bzw. 52 Gonarthrosepatienten bestätigten diese Wirkung. Bei mehr als zwei Dritteln der Patienten hielt die schmerzreduzierende Wirkung länger als drei Monate an, bei einigen sogar über zehn Monate. Auch bei Arthrosen der peripheren Gelenke von Fingern und Zehen hat sich die Blutegeltherapie als wirksam erwiesen. Weitere Indikationen mit nachgewiesener Wirksamkeit sind Arthrose des Daumensattelgelenks, chronischer Tennisarm, schmerzhafte Myogelosen des Rückens, LWS-, HWS- und ISG-Syndrome sowie Weichteilrheuma. Für rheumatoide Arthritis gibt es hingegen keine allgemeine Empfehlung.

Quelle

Medical Tribune. n.rpv.media/1wy