Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache. Bluthochdruck verursacht jährlich 9,4 Millionen Todesfälle weltweit. Synthetische Antihypertensiva gehören zu den meistverordneten Arzneimitteln in den Industrienationen. Ein großes Spektrum von Nebenwirkungen und fehlende Effektivität macht die Suche nach geeigneten Blutdrucksenkern oft zur Odyssee durch das Arsenal an synthetischen Antihypertensiva. Eine Alternative in Prävention und Therapie können natürliche Blutdrucksenker sein.

In den letzten drei Dekaden wurden zahlreiche lokale Heilpflanzen auf blutdrucksenkende Effekte untersucht (1). Im folgenden Artikel gilt der Fokus pflanzlichen Agonisten an TRP-Ionenkanälen und natürlichen Peptiden als Hemmstoffen des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE).

Natürliche Agonisten an TRP-Ionenkälen

Wissenschaftler um Prof. Marc Freichel haben einen neuen blutdruckregulierenden Mechanismus entdeckt, der nicht nur das Arsenal neuer Antihypertensiva vergrößern kann, sondern auch Naturstoffen neue Einsatzgebiete zur Therapie und Prävention von Bluthochdruck beschert. Ein Ionenkanal der TRP-Gruppe, der unter anderem im Endothel der Blutgefäße sowie in den Zellen der adrenergen Drüsen zu finden ist, beeinflusst den Sympathikotonus. Mit Knoblauch und Chili konnten bereits TRP-Ionenkanal-Agonisten identifiziert werden. Sie sind interessante Kandidaten für nutritive Strategien der Prävention und zur Unterstützung der Therapie des Bluthochdrucks.