Fachforum
Naturheilpraxis 07/2022

Bitter und süß – die Bauchspeicheldrüse als polares Organ

Ihre Darstellung im Auge – Teil 2

Im Teil 1 des Beitrags "Bitter und süß" (N 06-2022) habe ich vor allem strukturelle Zeichensetzungen und konstitutionelle Gegebenheiten mit Bezug zum Pankreas vorgestellt. Der "Torbogen" als konstitutionell-miasmatisches Zeichen soll nun diesen Aspekt vervollständigen. Neben den Strukturzeichen gibt es im Bereich der Pigmente und Gefäße zudem einige Zeichen mit hoher Aussagekraft.

Ein Beitrag von Petra Kropf
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Der Torbogen ist ein klassisches Kennzeichen der tuberkulinen Disposition. Der Krausenrand ist abgehoben und ragt quasi in das Lumen hinein, was wir vor allem in der Dreidimensionalität am Irismikroskop deutlich sehen. Ein Zitat von Herget/Schimmel veranschaulicht den Bezug zur Bauchspeicheldrüse: „Der Torbogen stellt ein von Schnabel beschriebenes Krausenrandphänomen dar, wobei sich die Iriskrause in mehr oder weniger großen Segmenten von ihrer Grundstruktur löst und Bögen bildet, die wie Torbögen in das Lumen der vorderen Kammer hineinragen. Dieses Zeichen deutet auf Fermentstörungen, besonders Gärungsdyspepsien, hin und zeigt sich oft mit einer diabetogenen Disposition vergesellschaftet.“ (1, S. 39).

Es wird also auch hier keine klare Trennung gezogen zwischen endokriner und exokriner Störung. Therapeutisch bieten sich Pankreasmittel an wie z. B. Taraxacum, das als Komplex z. B. von Nestmann und von Kattwiga verfügbar ist. Der Löwenzahn hat aufgrund seiner Bitterstoffe zum einen eine anregende Wirkung auf den Säftefluss der Oberbauchdrüsen. Zum anderen wird vor allem die Wurzel als mildes Antidiabetikum eingesetzt (siehe auch im Tee Nr. 11 von Nestmann). Auch Gerhard Madaus beschreibt in seinem Lehrbuch der Biologischen Heilmittel den Einsatz von Löwenzahn als Antidiabetikum. In der anthroposophischen Medizin gibt es zwei Mittel aus der Löwenzahnwurzel mit unterschiedlichen Erntezeitpunkten. Bei der Ernte im Frühjahr wird das Mittel eingesetzt bei milder Hyperglykämie, bei der Herbsternte umgekehrt bei Hypoglykämie.

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Naturheilpraxis 07/2022

Erschienen am 01. Juli 2022