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Naturheilpraxis 04/2021

Biofaktorenmangel: Risiko für Herz und Gefäße

Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine zählen zu den Biofaktoren und sind Substanzen, die der Körper für seine physiologischen Funktionen benötigt und die gesundheitsfördernde oder krankheitsvorbeugende biologische Aktivitäten aufweisen. Die Bedeutung einer optimalen Versorgung mit Biofaktoren bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hat in den letzten Jahren großes Interesse gefunden. Vor allem Magnesium, Kalium und Vitamin D3 werden wichtige Aufgaben für eine gesunde Herzfunktion zugesprochen und sollten daher in Prävention und Behandlung von Herzerkrankungen berücksichtigt werden.

Ein Beitrag von Dr. Daniela Birkelbach
Lesezeit: ca. 11 Minuten
Patrick Bonnor / shutterstock.com

Kardiovaskuläre Erkrankungen wie arterielle Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, koronare Herzkrankheiten und Herzinsuffizienz gelten nach wie vor als häufigste Todesursache in Deutschland (1). „Neben Risikofaktoren wie Übergewicht, Stress, Fehlernährung und Bewegungsmangel sowie genetischen Ursachen kann auch ein Mangel essenzieller Biofaktoren negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben“, warnt Prof. Hans Georg Classen, Vorsitzender der Gesellschaft für Biofaktoren (GfB). Eine mangelhafte Versorgung mit Biofaktoren hat sich als ungünstig sowohl bei Entstehung als auch Progression der Erkrankungen erwiesen. Hier ist vor allem Magnesium als physiologischer Kalzium-Antagonist und Vasodilatator zu nennen, der eine wichtige Rolle für die Leistung des Herzmuskels spielt (2). In wissenschaftlichen Studien konnte bei Hypertonie, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen ein erhöhtes Risiko für einen Magnesiummangel nachgewiesen werden (3, 4). Magnesium ökonomisiert die Herzfrequenz und schützt das Herzmuskelgewebe, mindert die Auswirkungen von Stress und führt zur Vasodilatation koronarer und peripherer Gefäße.

Magnesium: Biofaktor für Muskeln, Nerven und Knochen

Magnesium ist an mehr als 600 Enzymreaktionen beteiligt und übernimmt zahlreiche Aufgaben im menschlichen Körper:

Muskelfunktion

Für eine gesunde Muskelfunktion agiert Magnesium als physiologischer Kalzium-Antagonist und setzt die Kontraktion der glatten und quergestreiften Muskelzellen herab. Steht dem Körper genug Magnesium zur Verfügung, bremst es den Kalziumeinstrom in die betroffenen Muskeln und fördert so die Muskelrelaxation. Skelettmuskulatur sowie die Muskulatur von Gefäßen und Gebärmutter profitieren von der „entspannenden“ Magnesiumwirkung.

Neuromuskuläre Erregungsleitung

Der Biofaktor ist beteiligt an der neuromuskulären Reizübertragung und dämpft die Erregbarkeit von Nervenzellen. Zudem unterstützt Magnesium einen ungestörten Ablauf der Erregungsleitung im Herzmuskel.

Stabile Knochen

Rund 60 % des im Organismus enthaltenen Magnesiums sind in den Knochen eingelagert. Das entspricht einer Gesamtmenge von 20–25 g. Im Zusammenspiel mit Kalzium und Vitamin D ist der Biofaktor Magnesium für ein stabiles Knochensystem unerlässlich.

Energiestoffwechsel und Proteinsynthese

Der Biofaktor aktiviert zahlreiche Enzyme des Energiestoffwechsels und agiert als Cofaktor bei der intrazellulären Energiegewinnung. Magnesium wird auch zur Speicherung und Freisetzung von Hormonen benötigt und ist am Eiweißaufbau beteiligt.

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Naturheilpraxis 04/2021

Erschienen am 01. April 2021