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Naturheilpraxis 08/2022

Bi-Syndrome der chinesischen Medizin

Behandlung von Arthrose mit Akupunktur

Schmerzen im Bewegungsapparat sind in der chinesischen Medizin als Bi-Syndrome bekannt. "Bi" bedeutet Blockade und ist somit eine Erklärung für den auftretenden Schmerz. Blockiert wird der freie Fluss von Qi und Blut einerseits durch von außen in den Körper eintretende pathologische Einflüsse, als da sind Wind, Kälte, Hitze und Feuchtigkeit. Andererseits können aber auch innere Faktoren den freien Fluss von Qi und Blut behindern und so zu Schmerzen im Bewegungsapparat führen.

Ein Beitrag von Birgit Ziegler
Lesezeit: ca. 8 Minuten
Juju Katz / shutterstock.com

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hält hier ein weites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten bereit. Mit Akupunktur, chinesischen Heilkräuter-Rezepturen, Moxibustion, Tuina und Guasha, aber auch mit Ernährungsempfehlungen und Empfehlungen für ein gesundes Leben (Yangsheng) kann die TCM, wenn auch nicht immer zur Heilung, so doch zu einer substanziellen Linderung der Beschwerden beitragen. Das Ziel der chinesischen Medizin ist es, die Funktion schmerzfrei zu erhalten beziehungsweise wiederzuerlangen, auch wenn das Gewebe degeneriert ist.

Die pathogenen Energien, allen voran der Wind, dringen über die Poren der Haut in den Raum zwischen Haut und Muskeln ein, sofern die Abwehrenergie (Wei-Qi) nicht stark genug ist, um sie zu blockieren. Die pathogenen Energien, die über die Yu-Yuan-Punkte der Yang-Leitbahnen – unterhalb von Knie und Ellenbogen gelegen – in den Körper gelangen, verursachen eine Blockade von Qi und Blut in den Muskelmeridianen. Die Schmerzen bleiben immer noch auf die Sehnen und Muskeln beschränkt. Sie sind reversibel, obwohl die Schmerzen im Akutstadium heftig sein können. Ist das Wei-Qi allerdings schwach, so wird es nicht verhindern können, dass die Stagnation dauerhaft bleibt oder sich sogar noch stärker manifestiert. Die pathogene Energie neigt dazu, in den Gelenken steckenzubleiben und dort ziemlich lange zu verweilen. Sie kann jedoch auch weiter über die Luo-Meridiane in den Körper eindringen und schließlich die Haupt-Leitbahn blockieren, was letztendlich auch zu einer Schädigung der Organe (Zang-Fu) führen kann. Bleibt dieser Zustand über einen längeren Zeitraum bestehen, so akkumuliert die Feuchtigkeit und stagniert. Dies wiederum führt nach einer gewissen Zeit dazu, dass sich Feuchtigkeit in Hitze umwandelt. So entsteht letztendlich das Hitze-Bi. Durch die Hitze verdampft die Feuchtigkeit und es entsteht Schleim, der die Gelenke und Knochen deformieren lässt. Dieser Zustand wird bezeichnet als Knochen-Bi.

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Naturheilpraxis 08/2022

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Erschienen am 02. August 2022