Depressive Symptome zeigen sich oft schon in Körperhaltung und Gangbild der Betroffenen – gebeugte Haltung, ein steif wirkender Gang ohne Schwung und Elan. Um den Eindruck einer veränderten Körperhaltung und Bewegung bewerten zu können, wurde die Body-Awareness-Rating-Scale (BARS) entwickelt. Japanische Forscher untersuchten, inwieweit die Einschätzung der Bewegungsqualität anhand dieser Skala mit den depressiven Symptomen übereinstimmte. Die Teilnehmer wurden mithilfe eines Fragebogens zu eventuellen depressiven Symptomen befragt, anschließend sollte ein Physiotherapeut die Bewegungsbilder der Probanden mittels der BAR-Skala einschätzen. Bei neun von zwanzig Studienteilnehmern wurden milde depressive Symptome ermittelt, der Rest galt als psychisch unauffällig. Die Bewegungsabläufe der Probanden mit milden depressiven Symptomen unterschieden sich messbar von denen in der Vergleichsgruppe. Vier Bewegungsarten waren besonders auffällig abweichend: symmetrisches Strecken im Liegen, Armbewegungen, Gehen im Kreis und Bewegungen relativ zu anderen Personen. Diese Aspekte der BARS-Beurteilung scheinen depressive Symptome besonders widerzuspiegeln. Die Beurteilung der Bewegungsqualität könnte somit eine Möglichkeit zur Früherkennung depressiver Episoden darstellen.