Nach Auswertung von 23 Studien, an denen insgesamt 2 217 Patienten teilgenommen hatten, kamen internationale Forscher unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass Medikamente für die Migräneprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen von geringem Nutzen sind. In den Studien wurde der Einfluss von Antiepileptika, Antidepressiva, Kalziumkanalblockern, Antihypertensiva und Nahrungsergänzungsmitteln auf die Häufigkeit von Migräneattacken bei Kindern untersucht. Zwar sind Propanolol und Topiramat in den ersten vier Behandlungsmonaten signifikant effektiver als ein Placebo, langfristig konnte jedoch auch für diese Arzneistoffe kein Nutzen für Kinder nachgewiesen werden. Auf Dauer sind Ernährung, Bewegung und Entspannung einschließlich ausreichend Schlaf bei unter 18-Jährigen einer medikamentösen Prophylaxe der Krankheitsschübe überlegen. Darüber hinaus sollten Kinder beispielsweise im Rahmen von speziellen gesundheitsfördernden Programmen lernen, Schübe frühzeitig zu erkennen, damit sie rechtzeitig eine akute Schmerztherapie erhalten. Autorin: Sabine Ritter