Verschiedene Gene spielen beim Alterungsprozess eine Rolle. Sie beeinflussen die Lebensspanne und das Risiko für ernsthafte Erkrankungen. Entscheidend ist jedoch nicht ihr bloßes Vorhandensein im Erbgut, sondern ihre Aktivität. Diese kann durch den Lebensstil reguliert werden. Therapeuten können ihren Patienten mit diesem Wissen die Verbindung zwischen Lebensstil und Gesundheit aufzeigen.

Die Enträtselung des Alterungsprozesses

Nichts beschäftigt uns so wie die Endlichkeit unseres Lebens. Der Alterungsprozess ist nur noch in Teilen ein Mysterium, einzelne Aspekte dessen sind uns schon bewusst. Wir wissen, dass der Abbau unserer Körperfunktionen nicht die Ursache des Alterns ist, sondern deren Folge. Dasselbe gilt für die Verkürzung der inneren Zelluhren, der sogenannten Telomere (siehe unten), oder die größere Anfälligkeit für oxidativen Stress.
Die ehrgeizigsten Wissenschaftler begnügen sich schon lange nicht mehr damit, den Alterungsprozess zu verstehen. Sie arbeiten an Lösungen, ihn zu überwinden. Es ist gut möglich, dass die Fortschritte auf den Gebieten der Genetik, der künstlichen Intelligenz und der Nanorobotik schon in zwei Jahrzehnten unsere Lebensspanne erheblich verlängern. Die sogenannten transhumanistischen Bestrebungen, die die Grenzen des menschlichen Lebens mit technischen Verfahren sprengen wollen, sind faszinierend und einschüchternd zugleich.
Doch warum auf die Zukunft warten? Schon heute können wir mit dem Wissen der Epigenetik die Gesundheit und die Lebensspanne positiv beeinflussen.