Fachforum
Naturheilpraxis 03/2019

Baumkraftwurz

Ein Reliktbaum mit krebshemmender Wirkung

Der Baumkraftwurz ist ein seltener Reliktbaum aus Ostasien. Die Bewohner der russischen Region Primorje vergleichen den Baumkraftwurz in der Pflanzenwelt mit dem Amur-Tiger in der Tierwelt; beide sind sehr geschätzte Arten mit einem begrenzten Areal, und man findet sie in der Wildnis kaum.

Ein Beitrag von Natalia Leutnant
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Natalia Leutnant

Wegen des wertvollen Sen-Holzes wurde der Baum bedenkenlos ausgerottet. Zurzeit steht der Baumkraftwurz auf der Roten Liste für die Region Primorje sowie die Insel Sachalin. Eine Abholzung ist streng verboten. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Das sehr exotische, anmutige, interessante Raritätengewächs kann man auch in Deutschland beziehen und im eigenen Garten anbauen.

Der Baumkraftwurz ist eine typische Adaptogenpflanze, hat aber auch viele einzigartige Besonderheiten. Wissenschaftlich wird der Baumkraftwurz Kalopanax septemlobus (Thunb.) oder Koidz (syn. Kalopanax pictus) genannt. Auch mit Baumaralie, gefleckter Kraftwurz oder Senbaum wird er bezeichnet.

Der Kalopanax gehört zur Familie der Araliengewächse (Araliaceae)und wächst in Mischwäldern in Höhenlagen bis zu 2 500 Metern. Verbreitet ist der Baumkraftwurz im östlichen China, in der Mandschurei, dem russischen Fernost, auf der Insel Sachalin und auf den Kurilen (Kunaschir, Iturup, Schikotan), ferner in Japan und Korea.

Der wissenschaftliche Name leitet sich von zwei griechischen Wörtern ab: „Kalos“ bedeutet übersetzt „schön“. „Panax“ kommt von „Panakeia“, der Alles-Heilerin, einer Tochter des Asklepios, des griechischen Gottes für die Heilkunst. Der Name Panax bedeutet auch, dass die Gattung Kalopanax dem berühmten Panax ginseng sehr nahe steht. „Septemlobus“ bezieht sich auf die meist siebenlappige Blattform.
Kalopanax septemlobus wurde von Carl Peter Thunberg in seinem Werk „Flora japonica“ (erschienen in Leipzig 1784) beschrieben und benannt. Die Basis für diese Beschreibung war allerdings ein Exemplar ohne Blüten oder Früchte, das erklärt die fälschliche Einordnung in die Familie der Aceraceae (Ahorngewächse). Der Fehler wurde später bemerkt, und Thunberg benannte die Pflanze in Kalopanax pictus um, heute ein Synonym von Kalopanax septemlobus.
Der deutsche Name Baumkraftwurz bezieht sich auf die Heileigenschaften des Baumes. In Russland nennt man diese sehr wertvolle Heilpflanze auch Teufelsbaum, wegen der großen und dicken Stacheln, und setzt sie bei vielen verschiedenen Krankheiten ein. Im Englischen heißt der Baum Castor-Aralia.

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Naturheilpraxis 03/2019

Erschienen am 01. März 2019