Forscher vom Medical College in Georgia haben erste Forschungsergebnisse veröffentlicht, denen zufolge das Trinken einer wässrigen Lösung von Backpulver entzündungshemmend wirken kann. Bei Backpulver handelt es sich um Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3), das auch unter der Bezeichnung Natron bekannt ist und als Antacidum genutzt wird. Im Magen bindet es die Säure und hebt so den pH-Wert an. Die amerikanischen Wissenschaftler stellten nun fest, dass sich unter dem Einfluss von Backpulver bei Ratten und gesunden Menschen das Verhältnis der vorherrschenden Phänotypen der Makrophagen verschiebt. Vor der Anwendung von NaHCO3 dominierten die inflammatorischen M1-Typen, 14 Tage nach dem Start des Backpulverkonsums herrschten dagegen regulierende M2-Typen vor. Gleichzeitig stieg die Zahl der FOXP3+CD4+-T-Lymphozyten in Milz, Blut und Nieren von Ratten sowie im menschlichen Blut. Die Forscher schließen daraus, dass die orale Anwendung von Backpulver einen antiinflammatorischen Signalweg stimuliert. Sie haben in diesem Zusammenhang nachgewiesen, dass die Signalübertragung zur Milz unter anderem über Mesothelzellen erfolgt. Damit haben sie eine Erklärung für therapeutische Effekte gefunden, die aus der Erfahrungsmedizin bekannt sind. Zu klären ist nun in größeren Studien, welche Erkrankungen durch die Anwendung von Backpulver in ihrem Verlauf beeinflusst werden und welche Dosierung zur Linderung von Beschwerden erforderlich sind. Autorin: Sabine Ritter