Fachforum
Naturheilpraxis 10/2018

Ausübung der Gesundheitsfürsorge aus Patienten- und Therapeutensicht

Zusammengefasste Ergebnisse einer qualitativen Analyse

Externe Faktoren erschweren oft eine vertrauensvolle und empathische Patienten-Therapeuten-Beziehung. Studien haben ergeben, dass Patienten aufgrund ihrer Erkrankung mit einem hohen Grad an Unsicherheit und Stress zu kämpfen haben, was zu einer Minderung der Resilienz führen kann.

Ein Beitrag von Sebastian Belz und Friederike Günther
Lesezeit: ca. 5 Minuten
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Um die Konsequenzen einer positiven Patienten-Therapeuten-Beziehung und Wahrung humanistischer Werte sowohl für die Schul- wie auch die osteopathische Medizin aufzuzeigen, analysierten die Autoren verschiedene Standpunkte zur aktuellen Gesundheitsfürsorge aus Sicht von Patienten, Ärzten und Osteopathen und stellten sie den philosophischen Ansichten Stephen Tyremans gegenüber (1).

Methoden

Tyremans Abhandlung wurde im Rahmen der qualitativen Auswertungsmethode „Grounded Theory“ nach Glaser und Strauss untersucht (2). Es wurden vier finale Kategorien mit Subkategorien erstellt, die Themen waren: Kritik und Erwartungen an die moderne Medizin, Dehumanisierung der Patienten und Therapeuten, klinische Unsicherheit, Passivität und Ungewissheit der Patienten, Habitation, Resilienz, Gewissheit, Empathie und Anforderungen. Mithilfe der Strategie des theoretischen Samplings wurde relevante Literatur gefunden, deren Daten anschließend den zuvor bestimmten Kategorien zugewiesen wurden. Die Literaturrecherche wurde in den Datenbanken PubMed und Osteopathic Research Web durchgeführt und lieferte 31 relevante Studien, die einer der drei Klassifizierungen Osteopath, Patient oder Arzt zugeordnet werden konnten, bzw. der Perspektive derjenigen. Die Forschungsfragen wurden gemäß Grounded Theory im Laufe der Studie etabliert und lauteten: 1) Wie nehmen Patienten/Ärzte/Osteopathen die aktuelle Gesundheitsfürsorge wahr und 2) in welchem Ausmaß entspricht Tyremans Arbeit der Wirklichkeit?

Schlussfolgerungen

Tyremans philosophische Herangehensweise gibt die medizinische Wirklichkeit von Ungewissheit und Empathie authentisch wieder. Diese Studie gibt sowohl Therapeuten als auch Patienten einen ersten Einblick in die Wichtigkeit humanistischer Werte und kann das Interesse und Verständnis einer empathischen Rehumanisierung der Gesundheitsfürsorge unterstützen.

Kommentar

Das Studium ist abgeschlossen, und der medizinische Alltag steht unmittelbar bevor. Künftig begegnen den jungen Therapeuten und Ärzten – aber auch den Patienten – unterschiedliche externe Faktoren, die eine vertrauensvolle und empathische Patienten-Therapeuten-Beziehung erschweren. Hierbei werden in verschiedenen Studien Situationen beschrieben, die die Psyche belasten, aber auch Ungewissheit oder fehlende Patienten-Compliance gehören dazu.

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Naturheilpraxis 10/2018

Erschienen am 01. Oktober 2018