Das Auge ermöglicht uns einen tieferen Blick in das Innere des Menschen. Es wird auch als „Spiegel der Seele“ bezeichnet, weil es uns quasi schon auf den ersten Blick einen Einblick in die Gefühlslage gibt. Wir können erkennen, ob jemand seine Umgebung fröhlich oder traurig, interessiert, ängstlich, zweifelnd, fragend oder erwartungsvoll betrachtet. Schauen wir aber „tiefer“, sprich betrachten wir die einzelnen Strukturen des Auges mithilfe einer optischen Vergrößerung genauer, so können wir noch viel mehr Informationen herauslesen.

Ein Beitrag von Petra Kropf

Darauf kam vor gut 250 Jahren der Ungar Peczely, und seine Erkenntnisse wurden vertieft und ausgearbeitet von namhaften Persönlichkeiten wie Magdalene Madaus, Felke, Josef Angerer, Josef Deck und Günther Lindemann, um nur einige zu nennen. So hat sich die Lehre der Augendiagnose entwickelt, die bis heute einen wichtigen Bestandteil der naturheilkundlichen Diagnostik darstellt.
Es ist schon viel darüber geschrieben worden, was die Augendiagnose leisten kann. Und für die treuen Leser der Zeitschrift und langjährigen Praktiker sind das alles „alte Hüte“. Aber ich hoffe, dass sich immer wieder junge Kolleginnen und Kollegen für die Augendiagnose erwärmen können und mit ihrer Hilfe ihr diagnostisches Spektrum in der Praxis erweitern. Daher möchte ich in diesen Bericht in erster Linie einige persönliche Erfahrungen aus meinem Praxisalltag einfließen lassen und damit die Bedeutung der Augendiagnose veranschaulichen.