Schwerpunkt
Naturheilpraxis 05/2018

Auf einen Blick

Ein Plädoyer für die Augendiagnose

Das Auge ermöglicht uns einen tieferen Blick in das Innere des Menschen. Es wird auch als "Spiegel der Seele" bezeichnet, weil es uns quasi schon auf den ersten Blick einen Einblick in die Gefühlslage gibt. Wir können erkennen, ob jemand seine Umgebung fröhlich oder traurig, interessiert, ängstlich, zweifelnd, fragend oder erwartungsvoll betrachtet. Schauen wir aber "tiefer", sprich betrachten wir die einzelnen Strukturen des Auges mithilfe einer optischen Vergrößerung genauer, so können wir noch viel mehr Informationen herauslesen.

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Ein Beitrag von Petra Kropf

Darauf kam vor gut 250 Jahren der Ungar Peczely, und seine Erkenntnisse wurden vertieft und ausgearbeitet von namhaften Persönlichkeiten wie Magdalene Madaus, Felke, Josef Angerer, Josef Deck und Günther Lindemann, um nur einige zu nennen. So hat sich die Lehre der Augendiagnose entwickelt, die bis heute einen wichtigen Bestandteil der naturheilkundlichen Diagnostik darstellt.
Es ist schon viel darüber geschrieben worden, was die Augendiagnose leisten kann. Und für die treuen Leser der Zeitschrift und langjährigen Praktiker sind das alles „alte Hüte“. Aber ich hoffe, dass sich immer wieder junge Kolleginnen und Kollegen für die Augendiagnose erwärmen können und mit ihrer Hilfe ihr diagnostisches Spektrum in der Praxis erweitern. Daher möchte ich in diesen Bericht in erster Linie einige persönliche Erfahrungen aus meinem Praxisalltag einfließen lassen und damit die Bedeutung der Augendiagnose veranschaulichen.

Augendiagnose schafft Vertrauen und fördert die Compliance

Bei ihrem ersten Praxisbesuch sind viele Patienten verunsichert oder einfach nur erwartungsvoll gespannt. Ich handhabe es in der Regel so, dass ich den Patienten nach ein paar einleitenden Fragen zunächst ans Irismikroskop bitte. Anhand des Gesehenen kann ich die anschließende weitere Befragung gezielter vornehmen. Habe ich dann einen „wunden Punkt“ getroffen, z. B. erkannt, dass es Probleme mit der Schilddrüse gibt oder die Neigung zu Kopfschmerzen, wird dadurch das Vertrauen des Patienten in meine Methode gestärkt. In den ersten Praxisjahren hatte ich einen Patienten mit einer dyskratischen Iris, die Pigmente befanden sich größtenteils in der unteren Irishälfte, was auf eine diabetische Stoffwechselneigung hinweist. Ich hatte die Anamnese schon komplett durchgeführt und fragte nach einem Blick ins Auge, ob jemand in der Familie Diabetes habe. Und es stellte sich heraus, dass der Patient selbst seit einigen Jahren Insulin spritzte, das aber völlig vergessen hatte zu erwähnen, weil es für ihn ganz selbstverständlich zu seinem Alltag gehörte. Der Mann war sehr beeindruckt und kam über viele Jahre immer wieder ratsuchend in die Praxis.

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Naturheilpraxis 05/2018

Erschienen am 02. Mai 2018