Ein Gläschen Rotwein am Tag schützt das Herz? Das ist ein Irrglaube. Mehr noch: Es kann offenbar genau den gegenteiligen Effekt haben. Eine Studie des universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg hat nun gezeigt, dass bereits geringe Mengen Alkohol pro Tag das Risiko für Vorhofflimmern deutlich erhöhen. Frühere Studien konnten nur belegen, dass ein hoher Alkoholkonsum das Risiko für Herzerkrankungen steigert, während die Ergebnisse für geringe Alkoholmengen insbesondere in Bezug auf Vorhofflimmern widersprüchlich waren. Die Hamburger Studie zu diesem Thema ist die bisher größte ihrer Art, für die die Daten von fast 100 000 Personen aus unterschiedlichen Ländern analysiert wurden, die zu Studienbeginn kein Vorhofflimmern hatten. Die Probanden wurden medizinisch untersucht, zu Risikofaktoren, Lebensstil und Trinkgewohnheiten befragt. Außerdem wurden Klinikdaten zu Erkrankungen miteinbezogen. Bei über 54 000 Probanden wurden zudem kardiale Biomarker gemessen. Während der 14-jährigen Nachbeobachtungszeit entwickelten rund 6 000 Teilnehmer Vorhofflimmern. Dabei zeigte sich eine deutliche Assoziation von Alkoholkonsum und Erkrankungsrisiko. Im Vergleich zu abstinenten Personen wurde das Risiko durch einen Drink täglich um 16 Prozent erhöht, durch bis zu zwei Drinks pro Tag um 28 Prozent und bei mehr als vier Drinks um 47 Prozent. Ein Drink wurde als 12 g Alkohol definiert, was 120 ml Wein oder 330 ml Bier entspricht. Die Art des Alkohols und das Geschlecht hatten keinen Einfluss auf diese Assoziation.

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/2iq