Fachforum
Naturheilpraxis 06/2022

Antivirale Phytotherapie

Die Welt der Viren ist unsere Welt. Eine unsichtbare planetare Sphäre des permanenten Austauschs codierter Nukleotide, seit Jahrmillionen. In jüngster Zeit lösten Viren ungewöhnlich häufig Masseninfektionen aus. Überzeugende Konzepte zur Bewältigung des Problems fehlen nach wie vor. Die antivirale Kompetenz von Pflanzen gibt die Richtung vor: Koexistenz von Mensch und Virus zum Vorteil beider Seiten.

Ein Beitrag von Dr. med. Eberhard J. Wormer
Lesezeit: ca. 7 Minuten
Kristini / shutterstock.com

Neu auftauchende, potenziell pathogene Viren werden seit Beginn dieses Jahrhunderts zunehmend als Gefahr wahrgenommen. COVID-19 hat schlagartig das Reich der Viren in den Fokus gerückt und die Ursachen von Pandemien offenbart: Klimawandel, Megacitys, Zerstörung von Biotopen und Biodiversität, Massenmigration, Kriege und Katastrophen. Eine endlose Liste der Unvernunft, befeuert von Ökonomie und Machtpolitik. Die Pandemie hat auch die virologische Forschung stimuliert und zu ersten mRNA-Impfstoffen geführt. Ein Anfang: Wir wissen wenig und können dazulernen. Virusinfektionen bleiben eine Herausforderung. Die Pflanzenheilkunde empfiehlt sich als wirksame und nachhaltige Alternative.

Virosphäre – Evolution und Diversität

Viren sind Teil allen irdischen Lebens. Schätzungen zufolge kursieren global 1031 Viren, unvorstellbar. Tausende Genotypen pro Hektoliter und 100 Millionen Viren in einem Milliliter Bodensee. Die Wissenschaft entdeckte die Viren vor mehr als hundert Jahren, aber die Biodiversität der Virosphäre ist nach wie vor dunkle Materie (1).

Man hat bevorzugt im Reich Animalia (1,5 Millionen Spezies) nach Viren gesucht und sie überwiegend bei Chordatieren (Wirbel-, Säugetiere) und Arthropoden gefunden: pathogene Viren für Mensch und Nutztier. High-Speed-Sequencing (Metagenomics) und Transkriptom-Datamining ermöglichen heute einen genaueren Blick auf evolutionäre und ökologische Prozesse. Es zeigte sich, dass die natürliche SARS-CoV-2-Ökologie vielfältiger ist als gedacht. Auch ein Neunauge aus Neuseeland hatte das Virus. Es ist zu vermuten, dass die Coronavirus-Wirt-Codivergenz seit Urzeiten existiert, vielfach mit speziesübergreifender Transmission. Auch die Evolution des Influenzavirus reicht weiter zurück und ist komplexer als bislang angenommen (2).

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Naturheilpraxis 06/2022

Aktuelle Ausgabe
Erschienen am 01. Juni 2022