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Naturheilpraxis 11/2018

Antioxidative Begleitpflanzen für die Lebertherapie

Alte Kräuterbücher zeugen von zahlreichen Leberheilpflanzen. Dieses traditionelle Wissen ist vielfach in Vergessenheit geraten. Glücklicherweise wird einiges davon durch aktuelle Forschungsergebnisse aus aller Welt verifiziert und wiederbelebt. Daraus ergeben sich neue Ideen für Bausteine einer Lebertherapie.

Ein Beitrag von Ellen Huber
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Odermennig – Agrimonia eupatoria

Tabernaemontanus rühmt in seinem Kräuterbuch von 1731 Agrimonien als Hepatorium erster Güte (1). Es eröffnet die verstopfte Leber, vertreibt Gelbsucht und die faulen alten Fieber, die von Verstopfung der Leber und Milz herrühren. Zahlreiche Einzel- und Mischrezepte demonstrieren die Leber stärkende Wirkung.
Sein einfachstes Mischrezept für „Lebersüchtige“, also Menschen mit Leberbeschwerden, lautet folgendermaßen: „3 Untzen Odermennigblätter, 2 Untzen Dostenwurzel, 1 Untze (ca. 30 g) Pfefferkörner zu einem subtilen Pulver stoßen. Mit 18 Untzen verschäumten Honigs zu einer Lattwerge vermengen. Alle Morgen nüchtern einer Kastanien groß essen.“ (1) Neben den Blättern und Blüten wurden in anderen Rezepturen auch die Wurzeln und Samen verwendet.

Während der letzten Jahrhunderte ist die Leberklette, wie der Odermennig auch bezeichnet wird, in Europa aus dem therapeutischen Blickfeld verschwunden. So ist es erfreulich, dass neue wissenschaftliche Forschungen wieder Licht in die vielfältige Wirkungsweise des Odermennigs bringen. Dabei zeigten sich nicht nur eine Leber regenerierende Wirkung, sondern auch Blutzucker und Blutfette senkende Effekte.
Eine koreanische Studie untermauerte, dass bei einer achtwöchigen Einnahme von wässrigem Odermennig-Extrakt eine signifikante Senkung von leicht bis mittel erhöhtem ALT = Alanin-Aminotransferase (vormals GPT), AST = Aspartat-Aminotransferase (vormals GOT) und Serum-Triglyceriden stattfand (2). Eine weitere Forschungsarbeit bei chronischen alkoholbedingten Leberschäden demonstrierte, dass der Anstieg von Aminotransferase und proinflammatorischen Cytokinen gemindert wurde (3). Die Ergebnisse sind u. a. auf eine Senkung von oxidativem Stress und Entzündungen zurückzuführen, was auch aus einer anderen Untersuchung (4) bekannt ist. Die Einnahme der Extrakte zeigte keinerlei Nebenwirkungen.

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Naturheilpraxis 11/2018

Erschienen am 02. November 2018