Alte Kräuterbücher zeugen von zahlreichen Leberheilpflanzen. Dieses traditionelle Wissen ist vielfach in Vergessenheit geraten. Glücklicherweise wird einiges davon durch aktuelle Forschungsergebnisse aus aller Welt verifiziert und wiederbelebt. Daraus ergeben sich neue Ideen für Bausteine einer Lebertherapie.

Odermennig – Agrimonia eupatoria

Tabernaemontanus rühmt in seinem Kräuterbuch von 1731 Agrimonien als Hepatorium erster Güte (1). Es eröffnet die verstopfte Leber, vertreibt Gelbsucht und die faulen alten Fieber, die von Verstopfung der Leber und Milz herrühren. Zahlreiche Einzel- und Mischrezepte demonstrieren die Leber stärkende Wirkung.
Sein einfachstes Mischrezept für „Lebersüchtige“, also Menschen mit Leberbeschwerden, lautet folgendermaßen: „3 Untzen Odermennigblätter, 2 Untzen Dostenwurzel, 1 Untze (ca. 30 g) Pfefferkörner zu einem subtilen Pulver stoßen. Mit 18 Untzen verschäumten Honigs zu einer Lattwerge vermengen. Alle Morgen nüchtern einer Kastanien groß essen.“ (1) Neben den Blättern und Blüten wurden in anderen Rezepturen auch die Wurzeln und Samen verwendet.