Um die Auswirkungen einer antibiotischen Therapie auf die Darmflora zu untersuchen, verabreichten Forscher zwölf gesunden Freiwilligen über vier Tage drei Breitbandantibiotika (Meropenem, Gentamicin, Vancomycin). Diese werden üblicherweise nur bei Infektionen mit therapieresistenten Bakterien eingesetzt. In den folgenden sechs Monaten beobachteten die Forscher, welche Auswirkungen die Behandlung auf die Darmflora hatte. Wie erwartet veränderte sich durch die Arzneistoffe anfangs die Zusammensetzung der Darmflora, und schließlich war sie stark dezimiert. Mit Enterococcus faecalis und Fusobacterium nucleatum dominierten nach Abschluss der Behandlung beispielsweise Pathobionten im verbliebenen Mikrobiom. Der Anteil von Bifidobakterien und Butyratbildnern war dagegen vermindert. Damit erklären die Forscher die bekannten gastrointestinalen Beschwerden im Anschluss an eine antibiotische Therapie. In dem geschrumpften Milieu entdeckten sie zudem einige bisher unbekannte Arten. In den sechs Wochen nach der Therapie regenerierte sich die Darmflora nur teilweise. Der Anteil der Milchsäure produzierenden Bifidobakterien normalisierte sich nach und nach, unerwünschte Keime wurden zunehmend zurückgedrängt. Neun vor Behandlungsbeginn bei allen Teilnehmern nachgewiesene Arten fehlten jedoch bei einigen Probanden auch noch nach sechs Monaten. Zudem war die Anzahl der Resistenzgene im Mikrobiom dauerhaft angestiegen. Autorin: Sabine Ritter