Schwerpunkt
Naturheilpraxis 05/2021

Anti-Aging auf Asiatisch

Einsatz der Braunalge Ecklonia cava für effektiven Zellschutz

In China, Japan und Korea werden Algen schon seit mehr als 3 000 Jahren in der Medizin erfolgreich genutzt. Während die hiesige Naturheilkunde in erster Linie Spirulina als Vitalstofflieferant und Chlorella zur Entgiftung einsetzt, sind in Asien auch viele weitere Algenarten Teil der therapeutischen Maßnahmen. So kann man die aus Korea und Japan stammende Braunalge Ecklonia cava guten Gewissens als "Verjüngungswunder" bezeichnen. Grund sind die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe der Phlorotannine. Sie haben ein hohes antioxidatives Potenzial, sind länger im Körper aktiv als andere Antioxidantien und überwinden sogar die Blut-Hirn-Schranke.

Ein Beitrag von Dr. Mathias Oldhaver
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Harald Biebel / Fotolia.com

Ecklonia cava gilt nicht nur als zellschützendes Super-Antioxidans, ihre sekundären Pflanzenstoffe entfalten eine positive Wirkung auf zahlreiche Organe wie Herz, Hirn und Knochen. Darüber hinaus wirkt sie sich positiv auf den Haarwuchs, die Haut und sogar das Gewichtsmanagement aus. Den Beweis für die jugendspendende Kraft der Ecklonia cava liefern die sogenannten Oma-Taucherinnen, die im Verzehr dieser Wunderalge eine wahrhaftige Nahrungsquelle der Verjüngung erkannt haben. Man nennt diese auf Jejudo, einer Insel vor Südkorea, lebenden rüstigen Damen auch Haenyo („Seefrauen“). Sie tauchen bis ins hohe Alter von über 70 Jahren noch in mehreren Metern Tiefe nach Meeresfrüchten und gelten als lebende Wahrzeichen der Insel.

Super-Antioxidans

Die wichtigste Anti-Aging-Eigenschaft der Ecklonia cava ist ihre zellschützende Wirkung. So ist der antioxidative ORAC-Wert der Ecklonia cava bis zu 100 Mal höher als der von jedem vom Land stammenden Antioxidans. Denn ihre sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole wie das Dieckol, s. Abb. 1 und 2) enthalten acht Benzolringe und können so deutlich mehr freie Radikale einfangen als jedes andere Antioxidans. Man müsste zum Beispiel 200 Tassen Grünen Tee am Tag trinken, um den antioxidativen Schutz einer täglichen Dosis des Ecklonia-cava-Extraktes zu erreichen. Das Besondere und Wirkungssteigernde an der Ecklonia cava ist, dass diese sekundären Pflanzenstoffe aus dem Meer auch wasserunlösliche Bestandteile besitzen. Im Gegensatz zu praktisch allen Land-basierten Polyphenolen (einschließlich Catechinen aus grünem Tee und Resveratrol), die hydrophil – also wasserlöslich – sind, ermöglicht die hydrophobe Struktur, dass die Polyphenole der Ecklonia cava die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Dadurch können sie direkt zur Verbesserung der mentalen Fähigkeiten und der Gedächtnisleistung beitragen, sogar – das konnte zumindest im Tiermodell nachgewiesen werden – bei Morbus Alzheimer. Zudem hat die antioxidative Fähigkeit der Ecklonia-cava-Polyphenole eine deutlich höhere Halbwertzeit im Stoffwechsel eines Säugers als die bekannten wasserlöslichen, landbasierten Polyphenole. So sind die Polyphenole der Ecklonia cava rund zwölf Stunden im Stoffwechsel antioxidativ aktiv, während es bei den landbasierenden Polyphenolquellen nur etwa 30 Minuten sind.

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Naturheilpraxis 05/2021

Erschienen am 04. Mai 2021