In früheren Zeiten, vor allem vom 17. bis 19. Jahrhundert, genossen Galenika aus Anthrachinonglykosid-haltigen Pflanzen hohes Ansehen und erfreuten sich bei hartleibigen Personen großer Beliebtheit. An den allerhöchsten stillen Örtchen der königlichen Paläste der englischen Könige und Königinnen war beispielsweise eine Zubereitung aus Sennesfrüchten (Sennae fructus) beliebt, sodass diese sich mit dem Titel „Hüter der königlichen Darmbewegungen“ schmücken durften. Doch die Zeiten, in denen die Royals als Trendsetter in medizinischer Hinsicht galten, sind passé.

Nicht nur in Adelskreisen hat das Ansehen der Anthrachinondrogen ziemlich gelitten. Seit die Purgation, die zum Teil recht drastische Ausleitung über den Darm, nicht mehr ihren festen Platz in der medizinischen Praxis hat, haben Pflanzen mit Anthrachinonglykosiden als Wirkstoffen ihren festen Platz im Therapiespektrum – auch des Heilpraktikers – weitgehend eingebüßt.

Wirkungsweise

Bei den Anthrachinonglykosiden (AGs), handelt es sich um stark wirksame Laxantien, die nur in Ausnahmefällen ihre berechtigte Anwendung in der Naturheilpraxis haben.