Um die Behandlung von Patienten delegieren zu können, bietet sich das Anstellen eines Kollegen an. Doch was ist bei so einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis zu beachten und welche Alternativen gibt es?

Vielen Heilpraktikern (HP) ist das Thema Scheinselbstständigkeit sehr bewusst, und sie suchen nach Auswegen. Die sauberste Lösung, eine Scheinselbstständigkeit zu umgehen, ist die Anstellung eines Kollegen, also ein sogenanntes abhängiges Beschäftigungsverhältnis i. S. d. § 611a BGB. Dies führt zu den unmittelbaren Verpflichtungen des Arbeitgebers, die Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten, die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft zu übernehmen, der Pflicht zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und während des Urlaubes nachzukommen usw. Zu hinterfragen sind in diesem Zusammenhang Fälle, bei denen die Behandlung nicht der Praxisinhaber selbst durchführt, sondern der angestellte Heilpraktiker.