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Naturheilpraxis 08/2022

Anblick von Essen löst Entzündungsreaktion im Gehirn aus

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Dass allein die Erwartung einer Mahlzeit uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, kennen wohl die meisten Menschen. Doch noch bevor wir den ersten Bissen genommen haben und Kohlenhydrate ins Blut aufgenommen werden sollen, wird auch schon das blutzuckersenkende Hormon Insulin freigesetzt. Dass hierbei kurzfristig eine für die Insulinfreisetzung notwendige Entzündungsreaktion auftritt, konnten Forschende der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel jetzt zeigen. Bei übergewichtigen Menschen fällt diese Reaktion jedoch so stark aus, dass die Insulinausschüttung beeinträchtigt wird. Unklar war bislang der Signalweg von der sinnlichen Wahrnehmung zur Insulinausschüttung. Im Entzündungsfaktor Interleukin-1 beta (IL-1 beta), der auch bei der Abwehrreaktion von Krankheitserregern oder Gewebeschäden beteiligt ist, haben die Wissenschaftler nun das fehlende Bindeglied gefunden. „Geruch und Anblick einer Mahlzeit regen bestimmte Immunzellen im Hirn an, die sogenannten Mikroglia“, erläutert Studienautorin Dr. Sophia Wiedemann, Assistenzärztin für Innere Medizin. „Diese schütten kurzfristig IL-1 beta aus, was wiederum über den Vagusnerv das vegetative Nervensystem anspricht.“ Klinischen Studien prüfen derzeit, ob sich Hemmstoffe gegen diesen Entzündungsfaktor als Therapie bei Diabetes eignen.

Quelle

Bionity. n.rpv.media/543

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Naturheilpraxis 08/2022

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Erschienen am 02. August 2022