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Naturheilpraxis 06/2020

Anämie – Differenzialdiagnose und Therapiekonzepte

Definitionsgemäß liegt eine Blutarmut oder Anämie vor, wenn die Erythrozytenwerte und/oder das Hämoglobin unter den alters- und geschlechtsspezifischen Normbereich abfallen. Dieser Artikel beschreibt die häufigen bzw. praxisrelevanten Anämieformen und deren Therapie.

Ein Beitrag von Thomas M. Thust
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Thomas Thust

Die meisten Anämien sind durch Mangelzustände erworben, z. B. durch Eisen-, Vitamin-B6– oder -B12-Mangel (toxisch bedingt durch Cadmium, Arsen, PCP etc.), oder werden durch akute und chronische Blutungen verursacht.

Für die Differenzialdiagnose und Diagnosestellung sind in jedem Fall ein großes Blutbild, Nieren- und Leberwerte, Bilirubin und LDH, Eisen, Transferrin, Ferritin sowie Vitamin B12 (Holo-Transcobalamin) und Folsäure erforderlich. Wenn der Eisenstoffwechsel untersucht wird, sollte zusätzlich immer der Entzündungsparameter CRP angefordert werden. Eine Inflammation kann normale Ferritinwerte vortäuschen, da Ferritin und auch Transferrin als Akutephaseproteine bei Entzündungen ansteigen können. Die weitere Diagnostik ist abhängig von der Anämieform.

Bei Blutungsanämien muss die Blutungsquelle entdeckt werden. Dies sind häufig gastrointestinale, gynäkologische oder urologische Blutungen. Bei Frauen sollte nach verstärkter bzw. verlängerter Menstruation oder Zwischenblutungen gefragt werden. Zudem ist die Untersuchung auf okkultes Blut mittels immunologischem Hämoglobinnachweis und Calprotektin (Anstieg bei Entzündungen, Darmtumoren und Polypen) im Stuhl erforderlich. Ein Urostixtest klärt die Frage, ob Blut oder Hb im Urin ausgeschieden wird.

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Naturheilpraxis 06/2020

Erschienen am 02. Juni 2020