Definitionsgemäß liegt eine Blutarmut oder Anämie vor, wenn die Erythrozytenwerte und/oder das Hämoglobin unter den alters- und geschlechtsspezifischen Normbereich abfallen. Dieser Artikel beschreibt die häufigen bzw. praxisrelevanten Anämieformen und deren Therapie.

Die meisten Anämien sind durch Mangelzustände erworben, z. B. durch Eisen-, Vitamin-B6– oder -B12-Mangel (toxisch bedingt durch Cadmium, Arsen, PCP etc.), oder werden durch akute und chronische Blutungen verursacht. 

Für die Differenzialdiagnose und Diagnosestellung sind in jedem Fall ein großes Blutbild, Nieren- und Leberwerte, Bilirubin und LDH, Eisen, Transferrin, Ferritin sowie Vitamin B12 (Holo-Transcobalamin) und Folsäure erforderlich. Wenn der Eisenstoffwechsel untersucht wird, sollte zusätzlich immer der Entzündungsparameter CRP angefordert werden. Eine Inflammation kann normale Ferritinwerte vortäuschen, da Ferritin und auch Transferrin als Akutephaseproteine bei Entzündungen ansteigen können. Die weitere Diagnostik ist abhängig von der Anämieform.