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Naturheilpraxis 11/2021

Amla und Holunder als Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen?

Studiendaten zeigen Effekte gegen SARS-CoV-2

Viele Menschen leiden unter Anzeichen eines nicht voll funktionsfähigen Immunsystems, wie z. B. Infektanfälligkeit, Neigung zu schwereren Erkältungsverläufen oder häufiger Müdigkeit. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, mit bestimmten Nähr- und Wirkstoffkombinationen die körpereigenen Immunkräfte zu stärken. Mittlerweile gibt es Anzeichen, dass einige davon auch gegen die von Coronaviren ausgelöste COVID-19-Erkrankung helfen können.

Ein Beitrag von Dr. Gunter Lemmnitz
Lesezeit: ca. 7 Minuten
Quiris Healthcare

Im menschlichen Körper läuft ein sehr effektives Verteidigungsprogramm gegen Eindringlinge wie SARS-CoV-2, dem Erreger von COVID-19, ab (s. Abb. 1), das auf dem Zusammenspiel verschiedener Immunzellen basiert. Maßgeblich beteiligt sind Antikörper, die als sogenannte humorale Immunantwort das Eindringen der Viren in die Zellen verhindern sollen. Eine wichtige Rolle in der zellulären Immunantwort spielen die T-Lymphozyten. Sie spüren die vom Virus befallenen Zellen auf, zerstören sie und verhindern so eine weitere Virusausbreitung im Körper. Ist das Immunsystem geschwächt, stehen fatalerweise nicht genügend T-Zellen und Antikörper für die Virenabwehr zur Verfügung. Anzeichen dafür können eine erhöhte Anfälligkeit für Erkältungen und andere Infektionskrankheiten, deren häufig langwieriger Verlauf oder eine andauernde Abgespanntheit bzw. Müdigkeit sein. Lässt sich diese Situation auch durch eine gesunde Lebensweise nicht ändern, so kann zusätzlich versucht werden, die täglichen Mahlzeiten durch geeignete Naturwirkstoffe und Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zu ergänzen. Von vielen solchen Substanzen ist bekannt, dass sie die T-Zellproliferation und die Antikörperbildung aktivieren und das Immunsystem dadurch stärken können.

COVID-19: Vireninfektion mit Besonderheit

Auch beim Kampf gegen COVID-19 spielen sowohl die Virus-neutralisierenden Antikörper als auch die T-Zell-Immunität eine wichtige Rolle. Im Unterschied zu vielen anderen bekannten Virusinfektionen konnte für SARS-CoV-2 aber nachgewiesen werden, dass allein die T-Zell-Immunität für einen dauerhaften Schutz gegen den Erreger sorgt (1), und dass das Virus invasiv mithilfe von ACE2 (Angiotensin Converting Enzym 2), ein für die Blutdruckregulation zuständiges körpereigenes Enzym, in die Zellen eindringen kann. Während die Antikörperkonzentration nach COVID-19 vor allem bei Betroffenen mit nur mildem Krankheitsverlauf mit der Zeit abnimmt, bleibt die T-Zell-Immunität offenbar unverändert erhalten. Darüber hinaus erkennen nur die T-Zellen, nicht jedoch die Antikörper, nahezu alle seit einigen Monaten zirkulierenden SARS-CoV-2-Varianten. Die z. B. durch Impfung erworbene Immunität bleibt somit nach bisherigem Kenntnisstand auch gegenüber den bisher bekannten Virusmutationen bestehen.

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Naturheilpraxis 11/2021

Erschienen am 02. November 2021